Iran attackiert Westen bei Regionalkonferenz

Sonntag, 24. Mai 2009, 17:11 Uhr
 

Teheran (Reuters) - Der Iran hat die Präsenz ausländischer Truppen in Afghanistan scharf kritisiert.

Die westlichen Alliierten verfolgten ausschließlich eigene Interessen, sagte Präsident Mahmud Ahmadinedschad bei einem Gipfel mit den Staatschefs von Afghanistan und Pakistan am Sonntag in Teheran. Pakistans Präsident Asif Ali Zardari forderte zu einer verstärkten Zusammenarbeit im Kampf gegen den Terrorismus auf. Afghanistans Präsident Hamid Karsai erklärte, die drei Länder müssten gemeinsam gegen die wachsende Macht der Taliban in Afghanistan und Pakistan vorgehen.

Ahmadinedschad sagte, den ausländischen Truppen sei die Kultur der Region fremd. Sie seien unter dem Vorwand entsandt worden, für dauerhafte Sicherheit zu sorgen. Dabei seien sie aber keine große Hilfe gewesen. Auch zur politischen Entwicklung und zum Wachstum der Wirtschaft hätten sie nicht viel beigetragen.

Trotz der harschen Kritik gehen Experten davon aus, dass der Iran und die USA ein gemeinsames Interesse an Stabilität in der Region haben. Die Afghanistan-Strategie von US-Präsident Barack Obama lässt zudem darauf schließen, dass die Regierung in Washington den Iran im Kampf gegen die Taliban einbinden will. Die USA bauen massiv ihr Truppenkontingent vor allem im Süden Afghanistans aus, um dort die wieder erstarkten radikal-islamischen Rebellen zurückzudrängen.

Pakistan spielt eine Schlüsselrolle im Kampf gegen die Taliban, deren Hochburgen im Süden und Osten Afghanistans sowie in der pakistanischen Grenzregion liegen. Erst am Wochenende gingen pakistanische Sicherheitskräfte dort mit Luftangriffen und Straßenkämpfen gegen Taliban vor.

 
<p>Presidents Hamid Karzai of Afghanistan, Mahmoud Ahmadinejad of Iran and Asif Ali Zardari of Pakistan (L-R) hold hands as they walk to the conference room to begin their trilateral summit in Tehran May 24, 2009. The presidents of Iran, Afghanistan and Pakistan began talks in Tehran on Sunday on ways to combat terrorism, drug trafficking and other regional security problems. REUTERS/Raheb Homavandi (IRAN POLITICS)</p>