TV-Sender: Kanadische Ministerin vergaß AKW-Dokumente im Studio

Mittwoch, 3. Juni 2009, 19:33 Uhr
 

Ottawa (Reuters) - Eine kanadische Ministerin hat einem Fernsehsender zufolge vertrauliche Dokumente über ein Atomkraftwerk in einem Studio zurückgelassen.

Der Ordner sei nach einem Besuch der Ministerin für Bodenschätze, Lisa Raitt, gefunden worden, teilte der Sender CTV am Mittwoch mit. In den sechs folgenden Tagen habe niemand danach gesucht. Bei den Dokumenten gehe es um die Kosten des Chalk-River-Atomkraftwerks, das etwa ein Drittel der weltweit eingesetzten medizinischen Isotope herstellt. Der Reaktor ist gegenwärtig abgeschaltet.

CTV zufolge zeigen die Dokumente, dass die Regierung mehrere Millionen Dollar mehr für den Reaktor ausgeben werden als im Haushalt angekündigt. Weder Raitt noch die Regierung nahmen zu dem Bericht Stellung.

Im Mai 2008 trat der damalige Außenminister Maxime Bernier zurück, nachdem er geheime Dokumente in der Wohnung einer Bekannten zurückließ, die Verbindungen zum organisierten Verbrechen hatte.