Flugzeug mit 153 Menschen an Bord vor Komoren abgestürzt

Dienstag, 30. Juni 2009, 07:14 Uhr
 

Moroni (Reuters) - Ein jemenitisches Flugzeug mit mehr als 150 Menschen an Bord ist am Dienstag vor den ostafrikanischen Komoren in den Indischen Ozean gestürzt.

Unter den Passagieren seien auch Franzosen, teilte die staatliche Fluggesellschaft des arabischen Landes, Yemenia, mit. Zunächst gab es keine Hinweise auf Überlebende. Der Airbus des Typs 310 war französischen Angaben zufolge von Paris über den Jemen in den ostafrikanischen Inselstaat unterwegs. Auch bei der vor vier Wochen im Atlantik abgestürzten Air-France-Maschine handelte es sich um einen Airbus.

Das Flugzeug kam nach Informationen der Fluggesellschaft aus der jemenitischen Hauptstadt Sanaa. Insgesamt seien 142 Fluggäste und eine elfköpfige Crew an Bord gewesen, sagte ein Sprecher der Gesellschaft.

"Wir haben zur Zeit keine Informationen dazu, ob es Überlebende gab", sagte Innenminister Hamid Bourhane. Angaben des Vizepräsidenten Idi Nadhoim zufolge ereignete sich das Unglück in den frühen Morgenstunden. Die Maschine sei offenbar während des Landeanflugs zwischen fünf und zehn Kilometer vor der Hauptinsel abgestürzt, sagte Ibrahim Kassim, ein Vertreter der regionalen Luftfahrt-Aufsicht Asecna. Das Flugzeug habe sich bei den Fluglotsen noch zur Landung angemeldet, sagte ein UN-Mitarbeiter auf dem Flughafen der komorischen Hauptstadt Moroni. Danach sei der Kontakt abgebrochen.

Nach Angaben der Aufsicht wurden zivile und militärische Schiffe für die Suche nach der Unglücksmaschine mobilisiert. "Das Wetter ist nicht günstig. Die See ist sehr rau", sagte Kassim.

Zur Yemenia-Flotte gehören der Internetseite zufolge vier Airbus 310-300 sowie zwei Airbus 330-200. Eine Maschine des Typs 330-200 ist vor vier Wochen auf dem Weg von Brasilien nach Frankreich verunglückt. Keiner der 228 Menschen an Bord - darunter 28 Deutsche - überlebte. Experten vermuten, dass Mängel an den Geschwindigkeitssonden zum Absturz beigetragen haben könnten.

Die drei Inseln der Komoren liegen 300 Kilometer nordwestlich von Madagaskar und etwa gleich weit entfernt vom afrikanischen Festland. 1996 stürzte eine Boeing 767 vor den Komoren mit 175 Menschen an Bord ins Meer, 50 davon überlebten. Das Flugzeug gehörte einer äthiopischen Gesellschaft und war zuvor gekidnappt worden.