Berlusconi: Wohl kein neues Regelwerk von G8-Gipfel

Freitag, 3. Juli 2009, 17:32 Uhr
 

Rom (Reuters) - Der bevorstehende G8-Gipfel in Italien wird wohl keine Entscheidung über neue Regeln für Wirtschaft und Finanzwelt bringen.

Der Gipfel sei bei diesem Thema eher ein Schritt auf einem langen Weg, sagte Italiens Ministerpräsident Silvio Berlusconi am Freitag. "Wir werden viele weitere Schritte benötigen, bevor wir zu einem gemeinsamen Regelwerk kommen." Bei dem Treffen der Staats- und Regierungschefs der sieben führenden Industrieländer und Russlands (G8) werde die Analyse der aktuellen Finanzkrise weiter vorangetrieben, sagte der Gastgeber des Gipfels, der am Mittwoch im Erdbebengebiet von L'Aquila beginnt.

Zuletzt hatte Berlusconi wiederholt einen "Gipfel der Regeln" angekündigt. Seine jüngsten Äußerungen machten nun aber deutlich, dass bei der dreitägigen Konferenz vermutlich keine neuen konkreten Entscheidungen dazu getroffen werden.

Italien hatte in den vergangenen Wochen versucht, einen Vorschlag für ein umfassendes Regelwerk für Märkte und Akteure in Wirtschaft und Finanzwelt in den Vordergrund zu rücken. Kritiker hatten allerdings darauf verwiesen, es gebe schon in vielen Feldern Leitlinien und Regeln. Das Problem sei weniger deren Formulierung oder Zusammenfassung, sondern ihre Umsetzung. Sanktionen bei Nicht-Befolgung umfassten die italienischen Vorschläge nicht, mit denen sich vor wenigen Wochen von G8-Finanzministern in Form eines Papiers mit dem Titel "Lecce Framework" befasst hatten.