Geheimdienst - Tote bei US-Drohnenangriff in Pakistan
Islamabad (Reuters) - Die USA haben nach Geheimdienstangaben bei einem erneuten Drohnenangriff in der pakistanischen Grenzregion zu Afghanistan zehn Extremisten getötet.
Das unbemannte Flugzeug feuerte am Freitag in der Taliban-Hochburg Süd-Waziristan drei Raketen auf Gebäude, die unter anderem von einem berüchtigten Ausbilder von Selbstmordattentätern genutzt wurden, wie Mitarbeiter der pakistanischen Geheimdienste sagten. Die gesetzlose Enklave gerät zunehmend ins Visier der amerikanischen und pakistanischen Streitkräfte, weil dort auch der pakistanische Taliban-Führer und Al-Kaida-Verbündete Baitullah Mehsud vermutet wird.
So hat die pakistanische Armee in den vergangenen Wochen bereits mehrere Luftangriffe in der Region geflogen, offenbar in Vorbereitung einer größer angelegten Offensive im Stile jener im Swat-Tal nordwestlich der Hauptstadt Islamabad. Sie will damit den sich immer weiter ausbreitenden Extremisten die Stirn bieten. Das Vorgehen wird besonders von den USA begrüßt. Die US-Regierung vermutet, dass die Taliban die gebirgige Grenzregion als Rückzugsgebiet nutzen, um von dort aus Anschläge in Afghanistan vorzubereiten. Seit Monaten nimmt sie deshalb trotz offizieller pakistanischer Proteste Waziristan regelmäßig mit Drohnen unter Beschuss. Nach pakistanischen Angaben starben dabei bislang mehr als 400 Extremisten, darunter viele Ausländer.
Parallel dazu versuchen die USA in der afghanischen Provinz Helmand mit Unterstützung britischer Truppen seit dieser Woche verstärkt die Lage mit einer Großoffensive unter Kontrolle zu bringen. Helmand trennt von der südwestlichen pakistanischen Provinz Baluchistan eine 200 Kilometer lange gemeinsame Grenze.
In Pakistan wiederum könnte sich neben dem Swat-Tal und Süd-Waziristan demnächst auch Nord-Waziristan zum nächsten Krisenherd entwickeln. Am Sonntag wurden dort 16 Soldaten von Extremisten getötet, die mit Mehsud verbündet sind. Experten zufolge zögert die pakistanische Armee jedoch noch damit, eine weitere Front aufzumachen - aus Angst sich zu übernehmen. Gleichwohl bombardierten Kampfjets am Freitag Stellungen von Rebellen in Nord-Waziristan, wie Bewohner und Sicherheitskräfte sagten. Fünf Extremisten seien dabei ums Leben gekommen.
© Thomson Reuters 2009 Alle Rechte vorbehalten.

