Agentur: Nordkorea testet vier Raketen
Seoul (Reuters) - Nordkorea hat am Samstag erneut vier Raketen getestet.
Vermutlich handele es sich um Kurzstreckenraketen vom Typ Scud, meldete die südkoreanische Nachrichtenagentur Yonhap unter Berufung auf Regierungskreise in Seoul. Zwei Raketen mit einer Reichweite von rund 500 Kilometern seien um 8.00 Uhr Ortszeit gestartet worden seien, zitierte Yonhap die südkoreanischen Regierungskreise. Wenige Stunden später seien zwei weitere ähnliche Raketen an der Ostküste des Landes erprobt worden.
Die japanische Nachrichtenagentur Kyodo meldete, unter den getesteten Raketen sei möglicherweise mindestens eine Mittelstreckenrakete von Typ Rodong. Eine solche Rakete kann rund 1000 bis 1400 Kilometer weit fliegen und könnte damit neben Südkorea auch weite Teile Japans erreichen. Japan reagierte empört. Der Test sei eine schwere Provokation der Sicherheit der Nachbarstaaten, erklärte die Regierung in Tokio Kyodo zufolge.
Mit dem erneuten Raketentest dürften sich die Spannungen in der Region verschärfen. Sollte es sich tatsächlich um Scud-Raketen handeln, wäre dies zudem eine weitere Provokation des kommunistischen Landes. UN-Resolutionen verbieten Nordkorea, ballistische Raketen wie die Scud abzufeuern. In den südkoreanischen Regierungskreisen wurden die Raketentests als Provokation anlässlich des Unabhängigkeitstag der USA am 4. Juli gewertet. 2006 hatte Nordkorea am 4. Juli eine Langstreckenrakete von Typ Taepodong-2 und andere ballistische Raketen getestet.
Erst am Donnerstag hatte Nordkorea nach südkoreanischen Angaben vier Kurzstreckenraketen abgefeuert. Die an der Ostküste der koreanischen Halbinsel erprobten Waffen verfügten über eine Reichweite von etwa 100 Kilometern.
Wegen eines Atomtests im Mai hatten die Vereinten Nationen gegen das isolierte Land Sanktionen verhängt. So wurden alle Waffenexporte Nordkoreas und die meisten Waffenimporte unterbunden. Daraufhin hatte die kommunistische Regierung in Pjöngjang mit dem Bau einer Atombombe gedroht.
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