Zwei Mitarbeiterinnen von Hilfsorganisation in Darfur entführt

Samstag, 4. Juli 2009, 11:39 Uhr
 

Khartum (Reuters) - Im Sudan sind am Freitag zwei Mitarbeiterinnen der irischen Hilfsorganisation GOAL verschleppt worden.

Sechs bewaffnete Männer hätten die Frauen in Katum im Norden der Krisenregion Darfur in ihre Gewalt gebracht, sagte ein Vertreter von GOAL der Nachrichtenagentur Reuters. Die beiden Frauen stammten aus Irland beziehungsweise Uganda. Auch ein sudanesischer Wachmann sei auf dem Gelände der Hilfsorganisation entführt, später aber freigelassen worden.

"Wir wissen nicht, wer sie verschleppt hat", sagte GOAL-Leiter John O'Shea zu Reuters. "Es gibt so viele Splittergruppen in der Region." Noch nie zuvor seien GOAL-Mitarbeiter im Sudan verschleppt worden.

Es ist bereits die dritte Entführung ausländischer Helfer in den vergangenen vier Monaten. Im April waren zwei Mitarbeiterinnen der französischen Hilfsorganisation Aide Medicale Internationale in Ed el Fursan im Süden Darfurs verschleppt worden. Sie wurden später unversehrt freigelassen.

Im März waren drei Helfer von Medecins Sans Frontieres im Norden Darfurs von einer Gruppe entführt worden, die gegen den Haftbefehl des Internationalen Strafgerichtshofs (ICC) gegen Präsident Omar Hassan Al-Baschir protestiert hatte. Auch diese Geiseln wurden später unverletzt freigelassen.

Der Sudan hatte im März 13 ausländische Hilfsgruppen ausgewiesen und ihnen vorgeworfen, sie hätten dem ICC geholfen, ein Verfahren gegen Baschir anzustrengen. Der ICC in Den Haag hatte Haftbefehl gegen den sudanesischen Präsidenten wegen Kriegsverbrechen in Darfur erlassen.

Die Staats- und Regierungschefs der Afrikanischen Union (AU) lehnten in diesem Zusammenhang eine weitere Kooperation mit dem ICC ab. Zur Begründung hieß es, der ICC habe nicht auf einen Antrag der AU reagiert, den Haftbefehl aufzuheben.