Spiegel: Seeleute auf gekapertem Frachter seelisch am Ende

Samstag, 4. Juli 2009, 13:08 Uhr
 

Berlin (Reuters) - Die Lage der Seeleute an Bord der gekaperten "Hansa Stavanger" vor Somalia verschlechtert sich nach einem Magazinbericht dramatisch.

"Wir haben kein Wasser, kein Essen, keine Medikamente", habe der Kapitän in einer Email berichtet, schrieb der "Spiegel" nach Vorabbericht vom Samstag. Die Mannschaft sei emotional und physisch am Ende. Die Piraten hätten sämtliche Habseligkeiten der Seeleute geraubt, viele Besatzungsmitglieder seien krank. Einmal hätten die Piraten ihnen die Augen verklebt und knapp über ihre Köpfe hinweggeschossen. "Wir können nicht mehr", schrieb der Kapitän laut Bericht.

Ein Sprecher des Auswärtigen Amtes erklärte, der Krisenstab bemühe sich in enger Zusammenarbeit mit der Hamburger Reederei um eine Lösung des Falles. Oberste Priorität habe der Schutz des Lebens der Entführten. Zu Details könne er aber nichts sagen.

Die "Hansa Stavanger" war im April von Piraten gekapert worden. Fünf der 24 Besatzungsmitglieder sind Deutsche. Ende April hatte die Bundesregierung einen Befreiungsversuch gestoppt, nachdem die Aktion sich als zu risikoreich darstellte.

Der "Spiegel" berichtete weiter, die Lösegeldverhandlungen gestalteten sich schwierig, weil die Piraten immer wieder neue Forderungen stellten. Zuletzt sei der Kontakt zwischen den Piraten und der Hamburger Reederei Leonhardt & Blumberg drei Wochen lang unterbrochen gewesen. Seit vergangenem Freitag werde wieder verhandelt.