Sechs Tote bei Hubschrauberabsturz in Afghanistan
Kandahar (Reuters) - Beim Absturz eines Hubschraubers sind im Süden Afghanistans am Dienstag mindestens sechs Menschen ums Leben gekommen.
Der Helikopter, der nach Darstellung der Nato-Schutztruppe Isaf nicht-militärische Güter transportierte, wurde wahrscheinlich abgeschossen. Das ging aus Erklärungen moldawischer Behörden und der radikal-islamischen Taliban hervor, die allerdings unterschiedliche Angaben über den Typ des Hubschraubers machten. In der Nähe von Kundus wurde eine Bundeswehr-Patrouille aus einem Hinterhalt angegriffen. Die deutschen Soldaten, die das Feuer erwiderten, blieben nach Angaben der Bundeswehr unverletzt.
Der einer moldawischen Firma gehörende Helikopter vom Typ Mi-26 wurde nach Behördenangaben von einer Rakete getroffen und stürzte ab. Die sechs ukrainischen Besatzungsmitglieder seien ums Leben gekommen. Der große Transport-Hubschrauber der Firma Pectox-Air war den Angaben zufolge für die Nato-Schutztruppe im humanitären Einsatz. Die Taliban erklärten dagegen, in der Provinz Helmand einen Chinook-Hubschrauber abgeschossen zu haben. Auch über die Funktion des Helikopters gab es verschiedene Angaben. Ein afghanischer Behördenvertreter sprach von einem Militärhubschrauber, während beim Militär von einer zivilen Maschine die Rede war. Zur Zahl der Toten wollten sich die Streitkräfte zunächst nicht äußern.
In Teilen der Provinz Helmand läuft derzeit eine Großoffensive gegen die Taliban, an der 4000 US-Marineinfanteristen, Hunderte Nato-Soldaten und afghanische Verbände beteiligt sind. Es ist einer der größten Einsätze seit dem Sturz der radikalen Islamisten Ende 2001.
In der westiranischen Provinz Farah kam ein italienischer Soldat ums Leben, als sein Konvoi von einer versteckten Bombe getroffen wurde. Seit Beginn ihres Einsatzes sind 14 Italiener am Hindukusch ums Leben gekommen. Derzeit sind 3200 italienische Soldaten in Afghanistan im Einsatz.
Südwestlich von Kabul gerieten polnische Soldaten unter Beschuss. Augenzeugen zufolge waren Hubschrauber im Einsatz, um Opfer zu bergen. Die Nato erklärte, sie prüfe den Bericht über den Zwischenfall in der Provinz Ghasni.
© Thomson Reuters 2009 Alle Rechte vorbehalten.

