BND: Iran erst in Jahren zu Atombomben-Bau fähig
Berlin (Reuters) - Der Bundesnachrichtendienst (BND) hat einen Bericht zurückgewiesen, nach dem Experten des Geheimdienstes davon ausgingen, dass der Iran innerhalb von sechs Monaten zur Produktion einer Atombombe in der Lage sei.
Das Magazin "Stern" hatte zuvor einen BND-Mitarbeiter mit den Worten zitiert, das islamische Land könne binnen kurzer Zeit eine Atombombe herstellen und ähnlich wie Nordkorea einen unterirdischen Test ausführen. Die iranische Atombombe sei nicht mehr zu stoppen. "Wenn sie wollen, können sie in einem halben Jahr die Uranbombe zünden... Dieses Thema ist durch", zitierte das Magazin den ungenannten Experten. Ein BND-Sprecher betonte dagegen: "Wir sprechen von mehreren Jahren, nicht mehreren Monaten".
Der Iran beherrscht dem vom "Stern" zitierten BND-Experten zufolge inzwischen die komplette Anreicherungstechnologie und verfüge über genügend Zentrifugen, um waffenfähiges Uran herzustellen. Zudem arbeite die Islamische Republik verstärkt an Raketen, die Atombomben zu Zielen auch in Europa transportieren könnten. Dies geschehe "zurzeit massiv", zitierte der "stern" am Mittwoch einen BND-Regierungsdirektor. Beim deutschen Auslandsgeheimdienst gebe es keinerlei Zweifel, dass Irans Raketenprogramm ausschließlich auf den Bau atomarer Sprengköpfe abziele. Dafür geeignete ballistische Raketen werde der Iran aber wohl erst in etwa drei Jahren herstellen können.
Im Atomstreit mit dem Westen hat der Iran zuletzt Gesprächsbereitschaft signalisiert und neue Vorschläge angekündigt. Der Westen wirft dem Land vor, unter dem Deckmantel eines Programms zur Energiegewinnung heimlich an der Entwicklung von Atomwaffen zu arbeiten. Die Führung in Teheran weist dies zurück.
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