Schwere Überschwemmungen in Vietnam nach Taifun "Ketsana"

Mittwoch, 30. September 2009, 15:59 Uhr
 

Hoi An (Reuters) - Einen Tag nach dem Taifun "Ketsana" kämpft Vietnam mit den schwersten Überschwemmungen seit Jahrzehnten.

Nach Regierungsangaben kamen bei den schweren Regenfällen des tropischen Wirbelsturms am Dienstag 40 Menschen ums Leben. Zehn weitere würden in insgesamt neun Provinzen an der Küste sowie im vietnamesischen Hochland noch vermisst.

Die Überschwemmungen haben in Zentral-Vietnam bisher etwa 294.000 Häuser zerstört, etwa 375.000 Menschen mussten in Sicherheit gebracht werden. Auch die als Unesco-Weltkulturerbe geltenden alten Häuser in Hoi An wurden überschwemmt. Dort konnten man sich nur noch in Booten fortbewegen. "Es gab hier schon viele Stürme und Überschwemmungen, aber dieses Mal kommt beides zusammen", sagt ein Bewohner der Stadt, Le Xuan Toan, während er auf dem Dach seines in den Fluten stehenden Hauses ausharrte. Touristen, die zeitweise in öffentlichen Gebäuden untergebracht waren, konnten am Mittwoch wieder in ihre Hotels zurückkehren. Einige von ihnen halfen auch bei den Aufräumarbeiten auf den Straßen.

Währenddessen wurde "Ketsana" zu einem Thema bei Klimaverhandlungen in Bangok. "Ketsana ist ganz klar eine Beweis für die folgenschwere weltweite Tatenlosigkeit gegen den Klimawandel", sagte der phillippinische Unterhändler Heherson Alvarez. Der Sturm war am Wochenende über die Phillippinen hinweggefegt, wo 375.000 Menschen aus ihren Häusern flüchten mussten und 180.000 Tonnen der bevorstehenden Reisernte zerstört wurden.