80 Festnahmen bei Protesten gegen britisches E.ON-Kohlekraftwerk
Ratcliffe-on-Soar (Reuters) - Bei Protesten gegen ein britisches Kohlekraftwerk des Energiekonzerns E.ON ist es am Samstag zu Zusammenstößen zwischen Umweltaktivisten und Polizei gekommen.
80 Demonstranten wurden wegen Vergehen wie Hausfriedensbruch und Sachbeschädigung festgenommen. Drei Polizisten mussten wegen Verletzungen im Krankenhaus behandelt werden. Nach Angaben der Organisatoren erlitten auch mehrere Demonstranten leichte Verletzungen. Zuvor hatten Hunderte Umweltaktivisten friedlich für eine Schließung des Werks in Ratcliffe-on-Soar demonstriert. Als jedoch kleinere Gruppen versuchten, den Einfassungszaun niederzureißen und auf das Gelände vorzudringen, kam es zu Auseinandersetzungen.
Ein E.ON-Sprecher erklärte, solange keine Demonstranten in den Betriebsbereich vordrängen, werde das Werk normal weiterlaufen. Die Sicherheit sei verstärkt worden und der Konzern arbeite eng mit der Polizei zusammen. Die Proteste sollten am Sonntagmorgen fortgesetzt werden.
Die Energieversorgung Großbritanniens hängt stark von der Kohle ab. Fast ein Drittel des britischen Stroms wurde im vergangenen Jahr durch die Verbrennung von Kohle erzeugt. Weil dadurch jedoch mehr Kohlendioxid als durch alle anderen Brennstoffe entsteht, will Großbritannien zusammen mit anderen Ländern Technologien zur unterirdischen Speicherung von CO2 entwickeln. Zudem sucht das Land nach Wegen, seine Abhängigkeit von der Kohle zu verringern.
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