EU einigt sich auf Fischfangmengen für die Ostsee

Dienstag, 20. Oktober 2009, 11:27 Uhr
 

Luxemburg (Reuters) - Die Fischer in der Ostsee können nach einem Beschluss der EU-Staaten im kommenden Jahr mehr Dorsch fangen, müssen die Heringsbestände aber etwas schonen.

Die EU-Fischereiminister beschlossen in der Nacht zum Dienstag in Luxemburg, die erlaubten Fangmengen für Dorsch in der östlichen Ostsee um 15 Prozent und in der westlichen Ostsee um rund neun Prozent zu erhöhen, wie ein EU-Diplomat berichtete. Da die Heringsbestände in den vergangenen Jahren stark schrumpften, soll die Fangmenge in der westlichen Ostsee um 16,5 Prozent gesenkt werden.

Die EU-Kommission hatte einen stärkeren Rückgang der Herings-Fangquote um 21 Prozent vorgeschlagen. Doch dies hätte nach Einschätzung von Diplomaten die Existenzgrundlage der deutschen Fischer gefährdet.

Die EU-Vertreter diskutierten in der Nacht auch darüber, ob die Fangmengen von Hobby-Hochseefischern künftig auf die nationalen Fischquoten für den gewerblichen Fang angerechnet werden sollen. Doch da die Datenlage dazu unklar ist, sollen die Mitgliedstaaten zunächst die Erträge der Hobbyangler überwachen. Ein wissenschaftlicher Ausschuss soll dann die Auswirkungen des Freizeitfischens überprüfen. EU-Kommission und Mitgliedstaaten entscheiden später, ob es notwendig ist, Fanglizenzen oder das Melden von Fangmengen einzuführen.