Simbabwe plant Enteignung ausländischer Banken und Bergwerke

Freitag, 6. November 2009, 13:05 Uhr
 

Harare (Reuters) - Simbabwe plant offenbar die Enteignung ausländischer Firmen und die Übertragung der Mehrheitsanteile an schwarze gebürtige Simbabwer.

Von einem entsprechenden Gesetzentwurf, der Reuters am Freitag vorlag, wären auch Banken und Bergwerke betroffen. Die Simbabwer sollten demnach bei Firmen mit einem Wert von mindestens einer halben Million Dollar 51 Prozent der Anteile übernehmen.

Ein Vertreter der Bergwerkskammer zeigte sich überrascht und besorgt über die Pläne der Regierung. "Wir haben die Bestimmungen noch nicht gesehen, aber wenn es stimmt, was wir hören, dann wäre das ein Rückschritt. Das widerspricht dem, was wir mit dem Bergbau-Ministerium und anderen Ressorts besprochen haben", sagte er.

Simbabwe hatte bereits 2007 ein Gesetz verabschiedet, das auf die Übernahme der Kontrolle über alle Unternehmen durch schwarze Simbabwer zielt. Analysten rechnen damit, dass dadurch Investoren verunsichert und die am Boden liegende Wirtschaft noch mehr beschädigt würde.

Präsident Robert Mugabe wird vorgeworfen, das einst relativ wohlhabende Land heruntergewirtschaftet zu haben. Nach einem monatelangen Streit hatten er und Ministerpräsident Morgan Tsvangirai im Februar eine Regierung der nationalen Einheit gebildet. Seit dem Jahr 2000 ließ Mugabe weiße Landwirte enteignen und ihre Gehöfte von Schwarzen in Besitz nehmen. Die Folge war der Kollaps der Agrarwirtschaft.