Nobelpreisträger Obama verteidigt Afghanistan-Krieg
Oslo (Reuters) - US-Präsident Barack Obama hat bei der Verleihung des Friedensnobelpreises den Afghanistan-Einsatz als "gerechten Krieg" verteidigt.
Der Einsatz von Gewalt sei manchmal gerechtfertigt, sagte Obama am Donnerstag im Rathaus in Oslo, nachdem er die Goldmedaille und die Urkunde entgegengenommen hatte. Angesichts der Bedrohung der USA könne er nicht tatenlos bleiben.
Obama nahm den Friedensnobelpreis neun Tage nach seiner Entscheidung entgegen, zusätzlich 30.000 Soldaten nach Afghanistan zu senden. Die Preisverleihung war wegen der Eskalation des Krieges am Hindukusch und der erfolglosen Friedensbemühungen im Nahen Osten weltweit als voreilig kritisiert worden.
OBAMA: FRIEDEN BRAUCHT VERANTWORTUNG UND BEDEUTET OPFER
Er betrachte die Welt so, wie sie sei, sagte Obama, und er könne nicht die Hände in den Schoß legen angesichts der Bedrohung des amerikanischen Volkes. "Eine gewaltfreie Bewegung hätte Hitlers Armee nicht stoppen können. Verhandlungen können die Anführer von Al Kaida nicht überzeugen, ihre Waffen niederzulegen." Dass Gewalt manchmal notwendig sei, sei nicht zynisch, sagte Obama. "Es ist die Anerkennung der Geschichte, der Fehler der Menschen und der Grenzen der Vernunft." Er sage das mit Blick auf das Misstrauen, das den USA, der einzig verbliebenen militärischen Supermacht, entgegenschlage. Die USA könnten sich nicht allein den Herausforderungen in Afghanistan oder Somalia stellen, betonte Obama. Zu Nordkorea und Iran sagte er: "Wer den Frieden sucht, kann nicht die Hände in den Schoß legen, wenn Staaten sich für den Atomkrieg rüsten."
"Der Glaube, dass Frieden wünschenswert ist, ist kaum genug, ihn auch zu erreichen", betonte der US-Präsident. Frieden brauche Verantwortung. Frieden schließe Opfer ein.
Der Vorsitzende des Nobelpreiskomitees, Thorbjörn Jagland, begründete die Verleihung des Preises mit den Zielen des US-Präsidenten für Abrüstung und Klimaschutz. Obama erhalte den Preis für "seine außerordentlichen Anstrengungen, die internationale Diplomatie und die Zusammenarbeit zwischen den Völkern" zu stärken und für seine "Arbeit für eine Welt ohne Atomwaffen".
Unmittelbar vor der Preisverleihung hatte Obama Verständnis für Kritiker der Preisverleihung gezeigt. "Ich habe keinen Zweifel daran, dass es andere geben mag, die den Preis mehr verdient hätten", sagte Obama. Er hoffe aber, dass die Kritik abklingen werde, wenn er mit seinen Zielen bei Abrüstung und Klimaschutz Erfolg haben werde.
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