Als Kriegsverbrecher gesuchter Präsident im Sudan vereidigt
Khartum (Reuters) - Der wegen Kriegsverbrechen gesuchte sudanesische Präsident Omar Hassan al-Baschir ist am Donnerstag erneut im Amt vereidigt worden.
An der Zeremonie nahmen mindestens fünf afrikanische Staats- und Regierungschefs teil. Al-Baschir hatte im April die von massiven Betrugsvorwürfen begleitete Wahl gewonnen.
Während bei der Zeremonie vor fünf Jahren noch westliche Minister teilnahmen, stecken die EU-Diplomaten mittlerweile in der Zwickmühle. Auf der einen Seite unterstützen sie den Haftbefehl des Internationalen Strafgerichtshofs, auf der anderen Seite sind sie an einem friedlichen Referendum über die vollständige Unabhängigkeit des Südsudan interessiert und wollen den Dialog aufrechterhalten. Die Abstimmung ist für Januar 2011 angesetzt, Al-Baschir wird den Vorsitz innehaben.
Der Präsident wehrt sich gegen die Vorwürfe, er habe Massenmorde, Vergewaltigungen und Folterungen in der vom Bürgerkrieg gezeichneten Darfur-Region angeordnet. Bei den mehr als zwei Jahrzehnten dauernden Kämpfen zwischen dem muslimisch geprägten Norden und dem Süden, wo vorwiegend Christen und Anhänger traditioneller Glaubensrichtungen wohnen, starben vermutlich mehr als zwei Millionen Menschen.
- von Khaled Abdelaziz -
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