"Easy Rider" Dennis Hopper gestorben
Los Angeles (Reuters) - Dennis Hopper ist tot. Der für seine Darstellung des "Easy Rider" weltberühmt gewordene US-Schauspieler erlag am Samstag einem Krebsleiden.
Er starb im Alter von 74 Jahren im Beisein von Freunden und Verwandten in seinem Haus in Venice bei Los Angeles, wie sein Bekannter Alex Hitz der Nachrichtenagentur Reuters sagte. Hopper litt an Prostatakrebs. Im September hatte sich sein Gesundheitszustand deutlich verschlechtert.
Hoppers Schauspieler-Karriere umspannte mehr als 50 Jahre: Mit seinem Mentor James Dean stand er in "Rebel Without a Cause" (dt. "Denn sie wissen nicht, was sie tun") und "Giant" (dt. "Giganten") Mitte der 1950er Jahre vor der Kamera. In seinen anderen Erfolgsfilmen wie "Apocalypse Now", "Blue Velvet" und "Speed" verkörperte Hopper Bösewichte, Außenseiter, Psychopathen und Sadisten. In seinem letzten Film "Palermo Shooting" von Wim Wenders spielte er den Tod persönlich. Hoppers Schlüsselzitat aus dem ansonsten gefloppten Film lautete: "Ich bin es leid, immer nur den Bösen zu spielen."
Im Kultfilm "Easy Rider" 1969 spielte Hopper neben Peter Fonda nicht nur eine der Hauptrollen, sondern führte auch Regie, wofür er eine seiner zwei Oscar-Nominierungen erhielt. Die begehrte Film-Trophäe gewann Hopper indes nie. Wegen seines massiven Drogenkonsums und seiner regelmäßigen Wutausbrüche galt Hopper in Hollywood als schwieriger Kollege.
Bei den Dreharbeiten zu "Easy Rider" legte er sich praktisch mit allen Darstellern und Mitarbeitern an, darunter auch sein Filmpartner Fonda und der damals noch weitgehend unbekannte Jack Nicholson. Fonda beschrieb Hopper anschließend als einen "kleinen, faschistischen Freak". Ihre Männerfreundschaft ging kurz nach den Dreharbeiten von "Easy Rider" in die Brüche.
Dennoch würdigte Fonda seinen einstigen Gefährten in einer schriftlichen Stellungnahme: "Dennis hat mich in die Welt der Pop-Art und der 'verlorenen' Filme eingeführt. Wir fuhren auf den Highways von Amerika und veränderten die Art und Weise, wie Filme in Hollywood gedreht wurden. Seine Leidenschaft und Freundschaft waren ein Segen für mich."
Aus seinem Drogenkonsum machte Hopper nie ein Geheimnis. So behauptete er einst, er ziehe gelegentlich alle fünf Minuten Kokain-Linien, die so lang seien wie sein Arm, nur damit er danach gleich Liter von Alkohol runterkippen könne. Wegen seiner Wahnvorstellungen musste Hopper zudem mehrmals in psychiatrische Behandlung. Bei Dreharbeiten in Mexiko rannte Hopper 1982 nackt in den Dschungel in der Überzeugung, der Dritte Weltkrieg sei ausgebrochen. Daraufhin sollte er in die USA zurückgeflogen werden - doch kurz vor dem Abflug sprang Hopper aus dem startenden Flugzeug, weil er glaubte, die Maschine habe Feuer gefangen. Es folgte eine dreimonatiger Aufenthalt in einer Nervenklinik.
Auch sein Privatleben verlief turbulent, wenngleich sein Berufsleben zuletzt in ruhigeren Bahnen verlief. Mit seiner fünften Ehefrau Victoria Duffy lieferte sich Hopper noch in den letzten Monaten vor seinem Tod einen erbitterten Scheidungskrieg. Seine Ehe mit der "Mamas and Papas"-Sängerin Michelle Phillips im Jahr 1970 hielt gerade einmal acht Tage. Hopper hinterlässt vier Kinder.
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