Dritthöchster Al-Kaida-Führer Al-Masri offenbar tot

Dienstag, 1. Juni 2010, 17:49 Uhr
 

Islamabad (Reuters) - Den USA ist offenbar ein schwerer Schlag gegen die Al-Kaida gelungen: Amerikanische Geheimdienste haben nach Angaben aus US-Kreisen Hinweise auf den Tod der Nummer Drei der Extremistengruppe.

Scheich Said al-Masri, auch bekannt als Mustafa Abu al-Jasid, soll im Mai bei einem Drohnenangriff in der pakistanischen Unruheregion Nord-Waziristan getötet worden sein. Er soll sowohl in die Anschlags- und Finanzplanung der Organisation involviert als auch deren Chef in Afghanistan gewesen sein. Der US-Gruppe Site zufolge bestätigte Al-Kaida den Tod im Internet. Die Firma beobacht islamistische Websites.

"Wir haben guten Grund zu glauben, dass Al-Masri vor kurzer Zeit in den pakistanischen Stammesgebieten getötet wurde", hieß es aus den US-Kreisen. Aus pakistanischen Sicherheitskreisen verlautete, al-Masri sei höchstwahrscheinlich bei einem Raketenangriff in Nord-Waziristan in der Nacht auf den 21. Mai ums Leben gekommen. "Uns lag damals ein Bericht vor, dass ein Araber und einige seiner Familienmitglieder bei dem Luftschlag getötet wurden, und ich glaube, dass wahrscheinlich er es war", sagte ein Geheimdienstmitarbeiter.

Ziel des Drohnenangriffs war damals das Haus eines Stammesangehörigen, rund 25 Kilometer westlich von Miranshah. Nach Geheimdienstangaben wurden damals sechs Menschen getötet, Ansässige sprachen von zwölf Toten. Miranshah ist der Hauptort der Grenzregion zu Afghanistan, die eine Hochburg von Al-Kaida- und Taliban-Kämpfern ist. Die USA greifen dort wiederholt Ziele mit unbemannten Flugzeugen an.

Al-Masri gilt in US-Geheimdienstkreisen als einer der wichtigsten Verbindungsmänner zu Al-Kaida-Chef Osama bin Laden. Dem US-Untersuchungsbericht zu den Anschlägen vom 11. September 2001 zufolge war er Chef der Gruppe in Afghanistan und unter anderem auch für deren Finanzen zuständig. In Ägypten begründete er mit Al-Kaida-Vizechef Ayman al-Sawahiri den dortigen Ableger der Extremistenorganisation Islamischer Dschihad, aus der später Al-Kaida hervorging. Anfang der 80er Jahre saß er mehrere Jahre in Haft, weil er gemeinsam mit Sawahiri an dem Attentat auf den ägyptischen Präsidenten Anwar Sadat beteiligt gewesen sein soll.

 
<p>A file video grab of an undated footage from the Internet shows Al Qaeda leader in Afghanistan Mustafa abu al-Yazid, also known as Sheikh Sa'id al-Masri, making statements from an unknown location. REUTERS/REUTERS TV/Files</p>