Protest gegen Rentenreform in Frankreich flaut ab

Freitag, 29. Oktober 2010, 07:23 Uhr
 

Paris (Reuters) - Dem Protest gegen die Rentenreform in Frankreich geht die Kraft aus.

Einen Tag nach der Verabschiedung des Gesetzes im Parlament kam es am Donnerstag zwar erneut zu Behinderungen im Bahn- und Flugverkehr. Bei Demonstrationen wurden aber deutlich weniger Menschen gezählt als in den vergangenen Wochen. Ein Gewerkschafter sprach von Ermüdung. Wegen eines eintägigen Fluglotsenstreikes wurden von und nach Frankreich am Donnerstag zwischen 30 und 50 Prozent der Verbindungen gestrichen. Im Bahnverkehr fiel auf manchen Strecken ebenfalls die Hälfte der Züge aus.

Nach Angaben der Regierung nahmen etwa halb so viele Menschen an den Protesten teil wie bei den Demonstrationen zuvor. Das Innenministerium sprach von 560.000 nach 1,1 Millionen Teilnehmern am 19. Oktober. Die Gewerkschaft CGT sprach ihrerseits von etwa zwei Millionen Menschen nach 3,5 Millionen. Ein weiteres Zeichen für den nachlassenden Elan kam von der LyondellBasell-Raffinerie im Süden Frankreichs. Dort stimmten die Arbeiter für ein Ende der Blockade.

Die Rentenreform der Regierung von Präsident Nicolas Sarkozy sieht unter anderem vor, das Pensionsalter von 60 auf mindestens 62 anzuheben. Viele Arbeitnehmer, die die vollen Rentenbezüge haben möchten, müssen künftig bis 67 statt 65 arbeiten. Gegen die Reform gibt es seit Wochen Proteste und Streiks.