Papst fordert stärkeren Schutz für Christen in islamischer Welt

Montag, 10. Januar 2011, 17:47 Uhr
 

Vatikan-Stadt (Reuters) - Papst Benedikt XVI. hat als Konsequenz aus den jüngsten Anschlägen einen stärkeren Schutz für Christen in islamischen Ländern gefordert.

Die Angriffe auf Christen in Ägypten und im Irak unterstrichen die dringende Handlungsnotwendigkeit, sagte der Papst beim Jahresempfang für das Diplomatische Korps am Montag im Vatikan. Zugleich forderte das Oberhaupt der römisch-katholischen Kirche größere Religionsfreiheit in Saudi-Arabien, wo Christen ihren Glauben nur im Geheimen praktizieren könnten, und in China, wo Katholiken sich einer staatlich anerkannten Kirche anschließen müssten.

Die besondere Vorherrschaft einer Religion in einem Land dürfe nicht zur Diskriminierung oder gar Verfolgung von Anhängern eines anderen Glaubens führen, forderte Benedikt. Zugleich rief der Papst Pakistan auf, sein umstrittenes Gesetz gegen Gotteslästerung zu abzuschaffen. Das Paragrafenwerk diene nur als Vorwand für Ungerechtigkeiten und für Gewalt gegen religiöse Minderheiten. In der vergangenen Woche war in Pakistan ein liberaler Provinzgouverneur ermordet worden, der ein prominenter Gegner des Blasphemiegesetzes war. Danach wird etwa die Verhöhnung des Propheten Mohammed mit der Todesstrafe bedroht.

 
<p>Papst Benedikt XVI. h&auml;lt am 10. Januar 2011 eine Audienz im Vatikan ab. REUTERS/Alessia Pierdomenico</p>