Ägyptens Ex-Finanzminister zu 30 Jahren Haft verurteilt

Sonntag, 5. Juni 2011, 13:17 Uhr
 

Kairo (Reuters) - Wegen Amtsmissbrauch ist Ägyptens Ex-Finanzminister Jussef Butros-Ghali in Abwesenheit zu 30 Jahren Gefängnis verurteilt worden.

Ein Gericht in Kairo verurteilte ihn zudem zu einer Geldstrafe und Schadenersatz über umgerechnet rund acht Millionen Euro, wie ein Justizmitarbeiter am Samstag mitteilte. Butros-Ghalis soll sechs Autos der Zollbehörde, darunter drei Mercedes und einen BMW, privat genutzt haben und 96 weitere Wagen an andere Personen weitergereicht haben. Die Fahrzeuge hatten demnach einen Wert von vier Millionen Euro. Zudem sah es das Gericht als erwiesen an, dass Butros-Ghali Computer und Drucker seines Ministeriums für seinen Wahlkampf im Jahr 2010 zweckentfremdet habe.

Butros-Ghali hatte sich kurz nach seinem Rücktritt Ende Januar ins Ausland abgesetzt - wenige Tage nach dem Ausbruch der Massenproteste, die zum Sturz von Präsident Husni Mubarak führten. In der ägyptischen Bevölkerung stand er für eine Regierung, unter der sich die Wohlhabenden auf Kosten der Armen bereicherten. Unternehmen würdigten dagegen seine Reformen zum Aufbau einer freien Marktwirtschaft. Medienberichten zufolge soll er sich zuletzt in der libanesischen Hauptstadt Beirut aufgehalten haben.

 
<p>Youssef Boutros-Ghali, Chairman of the International Monetary and Financial Committee (IMFC), stands in front of security officers at the venue of the G20 Finance Ministers and Central Bank Governors meeting in Gyeongju, southeast of Seoul, October 22, 2010. REUTERS/Nicky Loh</p>