Entführter Israeli - Merkel und Sarkozy dringen auf Freilassung

Freitag, 17. Juni 2011, 19:04 Uhr
 

Berlin (Reuters) - Bundeskanzlerin Angela Merkel und Frankreichs Präsident Nicolas Sarkozy haben am Freitag die Freilassung des vor fünf Jahren von radikalen Palästinensern entführten israelischen Soldaten Gilad Shalit gefordert.

"Wir appellieren an alle, dass die Freilassung ein ganz wichtiger Punkt ist", sagte Merkel nach einem Treffen mit Sarkozy in Anspielung auf den bevorstehenden Jahrestag der Entführung. Shalit war 2006 von radikalen Palästinensern bei einem Überfall auf israelischem Staatsgebiet in den Gaza-Streifen verschleppt worden.

Hintergrund für das Drängen beider Regierungen ist ein auf dem Tisch liegendes Verhandlungsangebot. Nach Angaben aus Regierungskreisen könnte Israel im Gegenzug für eine Freilassung Shalits rund 1000, in israelischen Gefängnissen einsitzende Palästinenser frei geben, heißt es in deutschen Regierungskreisen. Offenbar sperre sich gegen einen solchen Tausch derzeit nur noch der militärische Arm der Hamas. Die Palästinenser und vor allem die Hamas müssten sich aber überlegen, ob sie nicht gerade kurz vor der gewünschten Unabhängigkeit eines eigenen Staates um internationale Anerkennung und Glaubwürdigkeit werben sollten, hieß es weiter.

Für Frankreich ist die Personalie Shalit besonders heikel, weil dieser neben der israelischen auch die französische Staatsbürgerschaft besitzt. Frankreichs Außenminister Alain Juppe hatte sich erst Anfang Juni in Jerusalem mit den Eltern Shalits getroffen. Deutschland hat bei den vertraulichen Verhandlungen zwischen Israelis und Palästinensern vermittelt.