Libyen: Verhandeln nicht über Abgang Gaddafis

Dienstag, 5. Juli 2011, 19:10 Uhr
 

Tripolis (Reuters) - Libyen hat einen russischen Pressebericht zurückgewiesen, dem zufolge Machthaber Muammar Gaddafi im Austausch für Sicherheitsgarantien zur Abgabe der Macht bereit ist.

Ein entsprechender Bericht der Moskauer Zeitung "Kommersant" sei schlichtweg falsch, sagte Regierungssprecher Mussa Ibrahim der Nachrichtenagentur Reuters am Dienstag. "Gaddafi ist grundsätzlich nicht verhandelbar." Der Revolutionsführer sei ein "historisches Symbol", für dessen Verteidigung die Libyer zu sterben bereit seien.

"Kommersant" meldete unter Berufung auf ein nicht genanntes hochrangiges Regierungsmitglied Russlands, Gaddafi sende Signale aus, bei Zusagen für seine Sicherheit zum Amtsverzicht bereit zu sein. Es gebe Länder, darunter möglicherweise Frankreich, die zu diesen Garantien bereit seien, berichtete die Zeitung weiter. Gaddafi wolle zudem, dass nach seinem Rücktritt sich sein Sohn Saif al-Islam zur Wahl stellen dürfe.

Die libysche Regierung hatte am Tag zuvor mitgeteilt, dass sie angeblich mit der Opposition über eine friedliche Lösung des Konflikts verhandele. "Bei den Gesprächen geht es um einen Waffenstillstand, humanitäre Hilfe, den Beginn des Dialogs unter Libyern. Die vierte Stufe ist die Übergangsperiode für den politischen Wechsel, über den die Libyer entscheiden werden", sagte Ibrahim.

Derweil gingen die Kämpfe zwischen Anhängern und Gegner Gaddafis weiter. Der west-libysche Rebellen-Vorposten Misrata wurde von Gaddafis Artillerie angegriffen. Bei dem schweren Bombardement kamen nach Angaben aus Krankenhauskreisen elf Aufständische ums Leben, 42 Kämpfer wurden verletzt.