Mongolische Truppen entlasten Bundeswehr in Afghanistan

Donnerstag, 7. Juli 2011, 11:13 Uhr
 

Berlin (Reuters) - Die Mongolei wird ihre Truppen im Norden Afghanistans deutlich aufstocken und die Bundeswehr dadurch entlasten.

Das mongolische Kontingent im deutschen Feldlager Feisabad werde von etwa 40 auf bis zu 160 Soldaten anwachsen, sagte ein Sprecher des Verteidigungsministeriums in Berlin am Donnerstag auf Anfrage von Reuters. Zu der Verstärkung gehörten unter anderem eine Infanterie-Kompanie, Scharfschützen und Sanitäter. Die mongolischen Soldaten sollten künftig auch auf Patrouille gehen, würden sich auf Wunsch ihrer Regierung jedoch nicht an geplanten offensiven Einsätzen beteiligen. Bisher hatten die mongolischen Truppen lediglich das Camp bewacht. Die neuen Soldaten sollen ab Mitte November in Feisabad eintreffen.

Ob sich durch das zusätzliche Engagement der Mongolen Spielraum zum Abzug deutscher Soldaten ergibt, hängt nach Angaben des Verteidigungsministeriums von der weiteren Entwicklung der Sicherheitslage ab. Die abgelegene Provinz Badachschan, in der das Lager Feisabad liegt, gilt als relativ ruhig und als Kandidat für eine baldige Übergabe der Sicherheitsverantwortung an die afghanische Polizei und Armee. In der Provinz Kundus dagegen, wo sich ein großes deutsches Lager befindet, ist die Lage weiter angespannt und die Bundeswehr immer wieder Ziel von Angriffen und Anschlägen der Taliban. Die Bundesregierung hat zum Jahresende den Abzug erster deutscher Soldaten aus Afghanistan versprochen, falls es die Sicherheitslage zulässt.

Die Mongolei beteiligt sich seit Dezember 2009 als 45. Nation am internationalen Militäreinsatz in Afghanistan. Die Bundeswehr hat bei der Zusammenarbeit mit den mongolischen Soldaten in Feisabad bisher gute Erfahrungen gemacht. Etliche der Mongolen sprechen fließend deutsch.

Die Bundeswehr soll die Ausbildung der neuen Soldaten in der Mongolei und in Deutschland übernehmen. Die Aufstockung des mongolischen Kontingents war am Mittwoch am Rande eines Besuchs des mongolischen Verteidigungsministers Luvsanvandan Bold bei seinem deutschen Kollegen Thomas de Maiziere auf Arbeitsebene vereinbart worden.