Westerwelle sieht neue Chance für Nahost-Friedensprozess

Sonntag, 16. Oktober 2011, 12:17 Uhr
 

Berlin (Reuters) - Bundesaußenminister Guido Westerwelle sieht in der bevorstehenden Freilassung des israelischen Soldaten Gilat Schalit aus palästinensischer Gefangenschaft und dem geplanten Gefangenenaustausch eine neue Chance für den Friedensprozess im Nahen Osten.

"Jedes neue Momentum sollte genutzt werden. Ich appelliere an beide Seiten, alles zu unterlassen, was die Wiederaufnahme von direkten Gesprächen oder den Erfolg von Friedensverhandlungen gefährden könnte", sagte Westerwelle der Zeitung "Bild am Sonntag" laut Vorabbericht. Westerwelle zeigte sich zufrieden mit der deutschen Vermittlerrolle bei der Freilassung Schalits: "Es ist gut, dass Deutschland helfen konnte."

Israel veröffentlichte am Sonntag eine Liste mit Namen Hunderter palästinensischer Gefangener, die im Gegenzug zu Schalit freikommen sollen. Nun haben Gegner der Freilassung zwei Tage Zeit, vor Gericht Beschwerde einzulegen. Es wird jedoch nicht erwartet, dass dies Erfolg haben dürfte. In einer ersten Phase sollen 477 Gefangene freikommen. Nach zwei Monaten sollen weitere 550 Häftlinge entlassen werden.