Vorbereitungen zum Öl-Abpumpen begannen am Wrack der "Concordia"

Dienstag, 24. Januar 2012, 15:47 Uhr
 

Giglio (Reuters) - Am Wrack des gekenterten Kreuzfahrtschiffs "Costa Concordia" haben die Vorbereitungen zum Abpumpen der mehr als 2300 Tonnen Schweröl und Diesel begonnen.

Dazu schafften Experten der niederländischen Bergungsfirma Smit am Dienstag das erforderliche Material zu dem vor der italienischen Insel Giglio auf Grund gelaufenen Schiff. Die vorbereitenden Arbeiten werden etwa zwei Tage in Anspruch nehmen, das Abpumpen des Öls aus den 17 Treibstofftank der schwimmenden Kleinstadt wird 28 Tage dauern. Mit dem Entleeren der Tanks soll eine Umweltkatastrophe vor der Küste der Toskana verhindert werden.

Parallel zu den Arbeiten der Firma Smit ging die Suche nach Opfern des Schiffsunglücks vom 13. Januar weiter. Dazu sprengten Experten der italienischen Marine ein Loch in das unter der Wasseroberfläche liegende dritte Deck der "Costa Concordia". Bislang wurden 15 Leichen geborgen, 17 Menschen werden noch vermisst.

Die Ermittlungen der Justiz werden möglicherweise auch auf Verantwortliche der Reederei Costa Kreuzfahrten ausgedehnt. Diese Erwartung äußerte am Montag der Anwalt des unter Hausarrest stehenden Kapitäns Francesco Schettino, gegen den unter anderem wegen des Verdachts der fahrlässigen Tötung ermittelt wird. Das Tochterunternehmen des weltgrößten Kreuzfahrt-Veranstalters Carnival erklärte, ihm sei von einer Ausweitung der Ermittlungen nichts bekannt. Man werde aber mit den Behörden zusammenarbeiten.

Der vom Dienst suspendierte Schettino ist nach Aussage seines Anwalts bereit, seinen Teil der Verantwortung für die Havarie zu tragen. Er habe die Reederei aber zeitnah über das Unglück unterrichtet und habe auch während der Evakuierung des Schiffs mit der Firma im Kontakt gestanden.