Studie: Iran wird 2012 wohl keine Atomwaffen bauen
Washington (Reuters) - Der Iran wird einer amerikanischen Studie zufolge in diesem Jahr wahrscheinlich keine Atomwaffen bauen.
Grund seien fehlende Kapazitäten zur Anreicherung von Uran für militärische Zwecke, heißt es in einem am Donnerstag bekanntgewordenen Bericht des Instituts für Wissenschaft und Internationale Sicherheit (ISIS). Zudem hätten die Sanktionen und die Furcht vor israelischen Angriffen auf die Atomanlagen des Landes abschreckend gewirkt.
"Solange die Möglichkeiten des Iran zur Urananreicherung so begrenzt sind wie heute, dürfte er eine Entscheidung über den Bau von Atombomben kaum vorantreiben", schrieben die ISIS-Forscher. An der Position der Islamischen Republik dürfte sich auch in diesem Jahr vornehmlich wegen der westlichen Sanktionen nichts ändern. Trotz des iranischen Atomprogramms gebe es keine Beweise, dass die Führung in Teheran über den Bau von Kernwaffen entschieden habe.
Die ISIS-Studie entstand mit finanzieller Hilfe des staatlich geförderten überparteilichen US-Friedensinstituts. Das ISIS hat im Atomstreit mit dem Iran die Regierungen der USA und anderer Länder beraten. Sein Gründer David Albright gilt als anerkannter Experte. Die Untersuchung hebt sich ab von der heftigen Rhetorik der USA und ihrer Verbündeter, die unlängst ihre Sanktionen gegen den Iran verschärft haben. So verhängte die EU ein Öl-Embargo, das zum 1. Juli in Kraft treten soll.
Auch Vertretern der US-Regierung zufolge hat der Iran noch nicht über den Bau von Atomwaffen entschieden. Der größte Teil des iranischen Nuklearprogramms diene zivilen Zwecken, doch halte sich das Land alle Optionen offen, erfuhr die Nachrichtenagentur Reuters aus diesem Personenkreis. Israelische und konservative Experten haben dieser Einschätzung in der Vergangenheit widersprochen und erklärt, die iranischen Bemühungen seien so weit fortgeschritten, dass binnen Jahresfrist eine Bombe gebaut werden könne.
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