Libysche Milizen beschießen sich in Tripolis

Mittwoch, 1. Februar 2012, 17:55 Uhr
 

Tripolis (Reuters) - Rivalisierende Milizen haben sich am Mittwoch in der libyschen Hauptstadt Tripolis ein Feuergefecht geliefert.

Etwa 40 Minuten lang seien leichte und schwere Waffen zu hören gewesen, berichtete ein Reporter der Nachrichtenagentur Reuters. Die Uferstraße war teilweise gesperrt, Rauch stieg über dem Kampfgebiet in der Nähe der Innenstadt auf. Die Sicherheitskräfte griffen nicht ein. Der Grund der Auseinandersetzung war zunächst nicht bekannt. In Tripolis haben verschiedene Milizen Stützpunkte errichtet, um sich nach dem Sturz von Machthaber Muammar Gaddafi Einfluss zu sichern.

Es war das erste Mal seit Wochen, dass es in der Innenstadt zu einem größeren Feuergefecht kam. Ein Sprecher des Innenministeriums sagte, an den Kämpfen seien Mitglieder von Milizen aus den Städten Misrata und Sintan beteiligt gewesen. Beide Gruppen hatten im vergangenen Jahr noch gemeinsam gegen Gaddafi gekämpft.

Der regierende Übergangsrat ist derzeit dabei, sich als Ordnungsmacht im gesamten Land zu etablieren und eine funktionstüchtige Polizei aufzubauen. In das Machtvakuum sind die Miliz-Kämpfer gestoßen, deren Loyalität nicht der Regierung sondern ihren Kommandeuren gilt. Oftmals kommt es Zusammenstößen wegen Streitigkeiten über Einflussgebiete in der Hauptstadt.