Irans Militär ist bereit zum Erstschlag gegen Feinde

Dienstag, 21. Februar 2012, 17:24 Uhr
 

Teheran (Reuters) - Mit der zunehmenden Isolation Irans wird der Ton politischer Erklärungen immer schärfer: Der Vize-Chef der iranischen Streitkräfte schloss am Dienstag einen präventiven Angriff nicht aus, wenn die nationalen Interessen des Landes dies erforderten.

Die Nachrichtenagentur Fars zitierte Mohammed Hedschasi mit den Worten: "Wenn wir das Gefühl haben, dass unsere Feinde die nationalen Interessen des Iran gefährden wollen und sich dazu entschließen wollen, dann werden wir handeln, ohne auf ihr Vorgehen zu warten." Das sei Teil der Militärstrategie des Landes.

Israel und die USA haben eine Militäraktion gegen iranische Atomanlagen nicht ausgeschlossen, falls die Gefahr besteht, dass der Iran an Atomwaffen gelangen könnte. Die USA hatten zudem angekündigt, dass sie die freie Schifffahrt in der Straße von Hormus auch mit militärischen Mittel verteidigen würden. Sie reagierten damit auf die Drohung Irans, die Meerenge zu blockieren, wenn die internationale Gemeinschaft ihre Sanktionen verschärft. Durch die Straße von Hormus wird mit Supertankern ein Großteil des arabischen Erdöls transportiert.

Die Staatengemeinschaft verlangt vom Iran eine Offenlegung seines Atomprogramms und eine enge Zusammenarbeit mit der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA). Deren Inspektoren haben am Dienstag ihre Gespräche im Iran fortgesetzt. Sie wollen Klarheit über die militärischen Dimensionen des iranischen Atomprogramms. Der Iran behauptet, die Atomkraft nur für zivile Zwecke nutzen zu wollen, räumt aber Verdachtsmomente für ein Waffenprogramm nicht aus.

Um den Druck auf den Iran zu erhöhen, hat die Europäische Union (EU) ein Importverbot für iranisches Erdöl ab Juli verhängt. Der Iran reagierte darauf mit der Ankündigung, seine Lieferungen an einige EU-Staaten sofort einzustellen. Allerdings haben die meisten EU-Länder ihre Importe aus dem Iran bereits eingestellt oder stark zurückgefahren.