Russland und Ukraine - Anschlagsplan auf Putin vereitelt

Dienstag, 28. Februar 2012, 07:46 Uhr
 

Moskau (Reuters) - Die Sicherheitsbehörden in Russland und der Ukraine haben nach eigenen Angaben ein Attentat auf den russischen Ministerpräsidenten Wladimir Putin vereitelt.

Eine Sprecherin des ukrainischen Geheimdienstes SBU erklärte am Montag, in Odessa am Schwarzen Meer seien zwei Männer festgenommen worden, einer am 4. Januar und einer einen Monat später. Eine Sprecherin für die russische Behörde FSO bestätigte eine Zusammenarbeit. Dem regierungstreuen russischen Sender Erster Kanal zufolge handelt es sich bei den Männern um Islamisten aus dem Kaukasus, die nach der Präsidentenwahl am Sonntag zuschlagen wollten. Putin gilt als der haushohe Favorit.

Oppositionspolitiker nannten den Zeitpunkt der Bekanntgabe politisch motiviert. Zweifellos gebe es immer wieder neue Informationen über vorbereitete oder versuchte Terror-Angriffe, sagte der Abgeordnete Gennadi Gudkow. "Aber was hat es wirklich zu sagen, dass dieser Attentatsversuch heute bekannt wird?" Putins Sprecher Dmitri Peskow nannte die Vorwürfe unangebracht angesichts der wirklichen Bedrohungen, die der Ministerpräsident ausgesetzt sei.

Putin war bereits von 2000 bis 2008 russischer Präsident. Die Separatisten im Nord-Kaukasus machen ihn für das russische Vorgehen gegen Islamisten in der Region verantwortlich und haben erklärt, ihn im Visier zu haben. Erster Kanal zufolge gehören die Festgenommenen zu einer Gruppe, die als das Kaukasus-Emirat bekannt ist und von dem Tschetschenen Doku Umarow angeführt wird. Die Gruppe hat mehrere Anschläge verübt, darunter ein Selbstmordangriff auf einen Flughafen im vergangenen Jahr bei dem 37 Menschen getötet wurden.