Unicef: Mehr als 300 Millionen Kinder leben in Slums

Dienstag, 28. Februar 2012, 13:45 Uhr
 

Berlin (Reuters) - Weltweit leben etwa eine Milliarde Kinder in Städten, ein Drittel von ihnen in Slums ohne ausreichenden Zugang zu sauberem Wasser und sanitären Einrichtungen.

Dies geht aus dem am Dienstag veröffentlichten Unicef-Bericht "Zur Situation der Kinder in der Welt 2012" hervor. Laut Unicef wächst somit fast die Hälfte aller Kinder der Welt in Städten auf.

In vielen Elendsvierteln sind dem Bericht zufolge etwa 50 Prozent der Kinder unterernährt und haben keinen ausreichenden Zugang zu medizinischer Versorgung. Die Situation werde immer bedrohlicher, warnte das Kinderhilfswerk der Vereinten Nationen. "Städte werden für immer mehr Kinder zu Orten der Armut", erklärte Christian Schneider, Geschäftsführer von Unicef Deutschland. Die Rechte der ärmsten Kinder auf Überleben, Entwicklung, Schutz und Beteiligung müssten aber sichergestellt werden, die Kinder in Slums dürften nicht länger ausgeschlossen werden. Nur so könnten sich "Städte sozial und gerecht entwickeln".

Unicef weist auch auf sozialen Probleme hin, die mit dem Leben der Kinder in den Elendsvierteln verbunden sind. So haben viele Kinder oft keine Möglichkeit, eine Schule zu besuchen. Viele Familien benötigen einen Großteil ihres Einkommens für Nahrung. Zudem haben sie laut Unicef häufig keinen Anschluss an ein Wasserversorgungsnetz. Hinzu komme, dass etwa 30 bis 50 Prozent der Neugeborenen in den Städten der Schwellen- und Entwicklungsländer nicht einmal mehr registriert werden.