Papst bekräftigt Nein zu Priesterinnen und fordert Gehorsam

Freitag, 6. April 2012, 14:07 Uhr
 

Vatikan-Stadt (Reuters) - Papst Benedikt XVI. hat sein Nein zu Priesterinnen und zur Abkehr von Doktrinen der römisch-katholischen Kirche bekräftigt.

In der traditionellen Gründonnerstagsmesse forderte das Kirchenoberhaupt Gehorsam von Priestern und Laien ein, die bei der Ordination von Frauen und beim Zölibat gegen den Vatikan Stellung bezogen haben. Der Papst reagierte damit auf eine Gruppe katholischer Geistlicher in Österreich, die sich in einem "Aufruf zum Ungehorsam" über "endgültige Entscheidungen des kirchlichen Lehramts" hinwegsetze.

Der in diesem Monat 85 Jahre alt werdende Papst erinnerte an die Erklärung seines Vorgängers Johannes Paul II. von 1994, wonach der Ausschluss von Frauen vom Priesteramt Ausdruck des göttlichen Auftrags der Kirche sei. Im Jahr darauf hatte der heutige Papst als Chef der Vatikanischen Glaubenskongregation diese Position als unabänderlich bekräftigt.

Nach der Lehre der römisch-katholischen Kirche ist das Priesteramt Männern vorbehalten, weil Christus während des Abendmahls am Gründonnerstag nur Männer zu Aposteln berufen habe. Anhänger der Frauenordination argumentieren dagegen, Jesus habe gemäß dem damaligen Zeitgeist gehandelt. Der Gründonnerstag gilt als der Gründungstag des katholischen Priestertums.

Am Karfreitag, dem Tag der Kreuzigung Christi, stehen zwei Gottesdienste auf dem Programm des Papstes. Nach einer Ostermesse am Samstagabend wird Benedikt am Ostersonntag auf dem Petersplatz in Rom den traditionellen Segen "Urbi et Orbi" der Stadt und dem Weltkreis spenden.

Der Sprecher der österreichischen Gruppe äußerte sich zuversichtlich, dass sich die Kirche trotz des päpstlichen Verdikts reformieren lassen werde. Die Kirche habe sich in der Vergangenheit immer wieder geändert. Er hoffe, dass dies auch in Zukunft der Fall sein werde, sagte Helmut Schüller der Nachrichtenagentur Reuters. Seine Gruppe repräsentiert nach eigener Aussage etwa zehn Prozent des österreichischen Klerus.