Neue Gewalt in Syrien untergräbt Waffenruhe immer mehr

Samstag, 27. Oktober 2012, 15:43 Uhr
 

Beirut (Reuters) - Die für Syrien vereinbarte Waffenruhe hat auch am zweiten Tag des muslimischen Opferfestes nicht gehalten.

Am Samstag hätten die Streitkräfte von Präsident Baschar al-Assad Wohngebiete in den Städten Deir al-Sor und Aleppo beschossen, sagten Aufständische. Bewohner von Damaskus veröffentlichten zudem Videoaufnahmen, die Kampfflugzeuge beim Bombardement von Vororten der Hauptstadt zeigen sollen. "Ich kann keinen Unterschied zur Zeit vor der Waffenruhe erkennen", sagte der Oppositionelle Mohammed Dumani. Die syrische Armee erklärte, sie habe auf Angriffe von Aufständischen reagiert. Terroristen hätten Militärposten angegriffen und eine Patrouille der Militärpolizei in Aleppo beschossen.

Die vom internationalen Sondergesandten Lakhdar Brahimi für die Dauer des islamischen Opferfestes vereinbarte Feuerpause sollte am Freitag in Kraft treten. Die Gewalt schien an diesem Tag auch zunächst abzuebben, doch dann erschütterte ein schwerer Bombenanschlag die Hauptstadt Damaskus. Fünf Menschen starben. Nach Angaben der oppositionellen Syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte wurden am Freitag insgesamt 150 Menschen getötet. Im Laufe des Freitag kam es bereits zu immer mehr Gefechten, und am Samstag stellte die neue Gewalt die Waffenruhe immer mehr infrage.

Am Samstag waren Zeugen zufolge auch nahe der syrischen Stadt Haram an der Grenze zur Türkei wieder Maschinengewehre und Granatwerfer zu hören.

 
A member of the Free Syrian Army is reflected in a mirror in a house they use as a base in Haram town, Idlib Governorate, October 26, 2012. The Free Syrian Army is advancing over pro-government forces for control of the town. REUTERS/Asmaa Waguih (SYRIA - Tags: POLITICS CIVIL UNREST CONFLICT)