China hofft auf Neustart der Beziehungen mit den USA

Mittwoch, 7. November 2012, 12:58 Uhr
 

Peking (Reuters) - China erhofft sich von der Wiederwahl des US-Präsidenten Barack Obama eine Verbesserung der eingetrübten bilateralen Beziehungen.

"Da die wirtschaftliche Verflechtung beider Nationen zunimmt, sollte eine neue US-Regierung vielleicht lernen, wie eine vernünftigere und konstruktive Beziehung zu China aufgebaut werden kann", hieß es in einem Kommentar der staatlichen Nachrichtenagentur Xinhua kurz nach Bekanntwerden von Obamas Wahlsieg. Bessere und dynamischere Beziehungen zwischen beiden Ländern vor allem in Handelsfragen würden nicht nur US-Investoren neue gewinnträchtige Geschäftsfelder öffnen, auch die schwache globale Konjunktur könnte einen Schub bekommen.

Die Beziehungen hatten unter anderem darunter gelitten, dass die USA China vorwarfen, die Landeswährung Yuan sei künstlich unterbewertet. Zudem hatten die Amerikaner den chinesischen Herstellern von Solaranlagen vorgehalten, mit Dumpingpreisen den Markt aufzurollen und hatten deswegen Strafzölle erlassen. Auf Kritik stieß in China auch die Entscheidung Obamas, die Militärpräsens im Asien-Pazifikraum zu erhöhen. Ziel sei es, die Zukunft der Region mitzugestalten, hatte Obama angekündigt. China betrachtet jedoch die Region als eigenes Einflussgebiet.

In China steht in dieser Woche ein Wechsel in der Staatsspitze an. Der derzeitige Vizepräsident Xi Jinping, der als künftiger Präsident gilt, hat ebenso wie andere chinesische Spitzenpolitiker anerkannt, dass stabile US-chinesische Beziehungen von vitalem Interesse für China sind.