Produzent des Mohammed-Schmähfilms muss zurück ins Gefängnis

Donnerstag, 8. November 2012, 08:03 Uhr
 

Los Angeles (Reuters) - Der Produzent des umstrittenen Mohammed-Schmähfilms muss wegen Verstößen gegen Bewährungsauflagen wieder ins Gefängnis.

Ein Gericht in Los Angeles verhängte gegen den im Jahr 2010 bereits wegen Bankbetrugs verurteilten Angeklagten eine einjährige Haftstrafe. Vier weitere Jahre wurden zur Bewährung ausgesetzt. Der 55-Jährige Mark Basseley Youssef räumte in dem streng bewachten Verhandlungssaal ein, im Rahmen der Videoproduktion einen falschen Namen benutzt und außerdem seinen Bewährungshelfer belogen zu haben.

Youssef ist ein aus Ägypten stammender koptischer Christ, der in Kalifornien lebt. Sein 13-minütiges Video, das unter anderem unter dem Titel "Die Unschuld der Muslime" bekanntwurde, hat in vielen muslimischen Ländern heftige Proteste ausgelöst, bei denen mehrere Menschen starben. Der Film verunglimpft den Propheten Mohammed, der als Idiot und Frauenheld dargestellt wird.

Schauspieler hatten Youssef vorgeworfen, er habe ihnen vorgemacht, bei dem Film handele es sich um einen gewöhnlichen Abenteuerfilm. Ferner seien manche ihrer Äußerungen später mit anderen Inhalten synchronisiert worden. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft haben Mitglieder des Filmteams Todesdrohungen erhalten und fürchten um ihr Leben. Youssefs Anwalt kritisierte, die Regierung benutze das Bewährungsverfahren, um seinen Mandanten für den Film zu bestrafen, und verstoße damit gegen das Recht der freien Meinungsäußerung. Die Staatsanwaltschaft wies den Vorwurf zurück.