Türkei: Beraten mit Nato über Raketenstationierung

Donnerstag, 8. November 2012, 15:29 Uhr
 

Ankara (Reuters) - Die Türkei berät nach den Worten von Präsident Abdullah Gül mit der Nato über die Stationierung eines Abwehrsystems zum Schutz vor Raketen aus dem Bürgerkriegsland Syrien.

Sein Land habe nicht Absicht, Krieg gegen Syrien zu führen, sagte Gül am Donnerstag vor Journalisten. Die Türkei müsse aber Vorsichtsmaßnahmen gegen mögliche Bedrohungen aus dem Nachbarland ergreifen. Dazu gehöre der Schutz vor ballistischen Raketen, sowie vor Mittel- und Kurzstreckenraketen.

Ein Vertreter des Außenministeriums hatte am Vortag der Nachrichtenagentur Reuters gesagt, die Regierung in Ankara werde in Kürze offiziell einen Antrag auf Stationierung von Patriot-Raketen stellen. Das Bündnis erklärte am Donnerstag, bislang sei ein solcher Antrag nicht eingegangen. Die Nato hatte bereits während der beiden Golf-Kriege 1991 und 2003 solche Raketen in der Türkei stationiert. Während des seit 19 Monaten in Syrien anhaltenden Aufstandes sind wiederholt Geschosse auf türkischem Territorium eingeschlagen.

Der syrische Präsident Baschar al-Assad sagte unterdessen, er rechne nicht mit einer Militär-Intervention des Westens. Die Kosten einer solchen Aktion wären nicht tragbar, sagte Assad in einem Interview des Fernsehsenders Russia Today.