Verteidigungsminister De Maiziere in Afghanistan eingetroffen

Montag, 12. November 2012, 11:38 Uhr
 

Masar-i-Scharif (Reuters) - Bundesverteidigungsminister Thomas de Maiziere ist am Montag zu einem Besuch in Afghanistan eingetroffen.

Der Minister landete am Morgen erstmals mit einem ungeschützten, zivilen Regierungs-Airbus direkt auf dem Flughafen der nordafghanischen Großstadt Masar-i-Scharif. Die stabilere Sicherheitslage in der Region habe dies möglich gemacht, hieß es. Bisher waren deutsche Regierungsmitglieder auf dem Weg nach Afghanistan stets im usbekischen Termes in Militärmaschinen umgestiegen, die über Schutzmechanismen gegen Raketen-Beschuss verfügen.

Mit dem Direktflug wollte das Verteidigungsministerium auch verhindern, dass Usbekistan den VIP-Flug auf das Kontingent der wöchentlichen Truppentransporte anrechnet. Dies sei in der Vergangenheit entgegen den vertraglichen Regelungen zwischen den beiden Staaten geschehen. Deutschland bezahlt für die Nutzung des Stützpunktes in Usbekistan, trotzdem kommt es immer wieder zu Unstimmigkeiten. Termes ist das Nachschub-Drehkreuz für den Einsatz der Bundeswehr am Hindukusch. Derzeit tun dort und in Afghanistan knapp 4800 deutsche Soldaten Dienst.

Der Flughafen von Masar-i-Scharif liegt am Rande des großen internationalen Militär-Camps, in dem auch die Bundeswehr ihr Hauptquartier hat, er wird aber auch von zivilen Maschinen genutzt. Zuletzt wurde dort ein neues ziviles Terminal mit einer Kapazität von 400.000 Passagieren im Jahr gebaut, nachdem der nicht-militärische Flugbetrieb auf dem wichtigsten Flughafen Nord-Afghanistans in den vergangenen vier Jahren um 240 Prozent zugenommen hatte. Pro Monat verzeichnet der zivile Flughafen derzeit rund 40 internationale Flüge etwa nach Dubai, Teheran, Pakistan und Katar sowie 250 Inlandsflüge. Das Bundesinnenministerium hilft bei der Ausbildung des Sicherheitspersonals.

 
German Defence Minister Thomas de Maiziere is seen through a hole in a chair before a conference of the Bundeswehr leadership in Strausberg near Berlin, October 22, 2012. REUTERS/Thomas Peter (GERMANY - Tags: POLITICS MILITARY)