Denkmäler in Lissabon zu Merkel-Besuch in Schwarz gehüllt

Montag, 12. November 2012, 12:41 Uhr
 

Lissabon (Reuters) - Anlässlich des Besuchs von Bundeskanzlerin Angela Merkel am Montag in Lissabon haben Gegner der Sparpolitik Denkmäler mit schwarzen Bändern verhüllt.

Rund ein Dutzend Statuen im Zentrum der Hauptstadt waren betroffen und sollten ein Zeichen der Trauer setzen. Eine Online-Kampagne rief alle Portugiesen auf, während des Merkel-Besuchs selbst schwarze Kleidung zu tragen. Zudem haben Demonstranten Plakate aufgehängt, die Merkel, Ministerpräsident Pedro Passos Coelho und EZB-Chef Mario Draghi in einem Casino zeigen mit der Aufschrift: "Wir zahlen, die spielen, die Bank gewinnt."

Die führende Wirtschaftszeitung "Diario Economico" beschuldigte Merkel in einem Meinungsbeitrag zudem, sie habe aus Portugal einen "ökonomischen Frankenstein" gemacht. Das Blatt warnte in diesem Zusammenhang vor einer Abwärtsspirale.

Merkel will in Lissabon mit Coelho wie auch mit Präsident Anibal Antonio Cavaco Silva zusammentreffen. Dabei sollte es darum gehen, wie Portugal Ende 2014 wieder Zugang zu den internationalen Finanzmärkten bekommen kann. Portugal erhält seit 2011 ein Hilfsprogramm vom Euro-Rettungsschirm EFSF sowie dem IWF in Höhe von 79,2 Milliarden Euro. Das Programm läuft Ende 2014 aus.

Merkel hatte am Wochenende die anhaltend hohen Kreditzinsen für portugiesische Unternehmen kritisiert, die Investitionen faktisch unmöglich machten. Mehrfach hat sie betont, dass Portugal auf dem richtigen Reformpfad sei und die Wettbewerbsfähigkeit durch sinkende Lohnstückkosten wieder zunehme.

 
A man walks past a graffiti depicting German Chancellor Angela Merkel handling Portuguese Prime Minister Passos Coelho and Portugal's Foreign Minister Paulo Portas as if they were string puppets, in Lisbon October 23, 2012. REUTERS/Rafael Marchante (PORTUGAL - Tags: POLITICS BUSINESS)