Triebwerksprobleme zwingen A380 von Emirates zur Umkehr

Montag, 12. November 2012, 14:49 Uhr
 

Canberra (Reuters) - Triebwerksprobleme haben erneut einen Airbus-Großraumflieger A380 zur Notlandung gezwungen.

Eine Maschine der Gesellschaft Emirates sei 20 Minuten nach dem Start wegen des Ausfalls eines Antriebs am Sonntag nach Sydney zurückgekehrt, teilte die Airline mit. Die Maschine hatte 380 Passagiere an Bord und war auf dem Weg nach Dubai. Sie flog mit Triebwerken des Typs GP7200 des Konsortiums Engine Alliance, der die Hersteller General Electric und Pratt & Whitney angehören. Auch die Münchener MTU Aero Engines ist daran beteiligt. Emirates betreibt weltweit die größte A380-Flotte.

Passagiere berichteten von einem Ruckeln der Maschine und meterhohen Flammen, die aus einem der vier Triebwerke schossen. Er habe einen Blitz gesehen und gedacht, dass er von einem Gewitter stamme, sagte der Neuseeländer John Fothergill einer australischen Zeitung. "Aber dann haben wir Flammen gesehen, die aus dem Triebwerk kamen. Die ganze Kabine wurde hell erleuchtet." Emirates erklärte später, dass es kein Feuer gegeben habe. Passagiere hätten aber möglicherweise einen Blitz gesehen.

Der Zwischenfall ist nicht der erste dieser Art und bringt das doppelstöckige Flugzeug erneut in die Schlagzeilen. Vor zwei Jahren zwang ein Triebwerksausfall bei einem A380 die australische Fluggesellschaft Qantas dazu, ihre komplette A380-Flotte für gut einen Monat stillzulegen. Qantas nutzt im Gegensatz zu Emirates Antriebe von Rolls-Royce.

Zuletzt sorgten Haarrisse an den Tragflächen für Furore. Techniker hatten Anfang des Jahres bei Routinechecks kleine Risse entdeckt. Die europäische Flugsicherungsbehörde ordnete daraufhin an, dass alle im Flugverkehr befindlichen Maschinen aus Sicherheitsgründen auf Materialfehler untersucht werden müssten. Das brachte für Airbus weitere hohe Kosten mit sich.

Schon die Entwicklung des Prestige-Flugzeugs hat Milliarden gekostet und wesentlich länger gedauert als geplant. Bei den Reisenden ist der Jet zwar sehr beliebt, aber der Riesen-Vogel liegt bislang hinter den Nachfrageerwartungen von Airbus zurück. Der A380 ist seit vier Jahren im Einsatz. Derzeit haben ihn 18 Airlines in der Flotte, darunter die Lufthansa. Hinzu kommen Bestellungen von aktuell 262 A380-Fliegern. In den ersten zehn Monaten dieses Jahres lieferte Airbus 22 der Großraumflieger aus. Einer kostet nach Listenpreis 375 Millionen Dollar und ist üblicherweise für 525 Passagiere ausgerichtet.