Israel und Palästinenser signalisieren Feuerpause

Dienstag, 13. November 2012, 18:01 Uhr
 

Tel Aviv/Gaza (Reuters) - Nach intensivem Raketenbeschuss und Luftangriffen deutet sich im Konflikt zwischen Israel und radikalen Palästinensern im Gaza-Streifen eine Entspannung an.

Über den Mittler Ägypten signalisierten beide Seiten ihre Bereitschaft, die Auseinandersetzungen nicht zu einem Krieg eskalieren zu lassen. Ein mit den ägyptischen Bemühungen Vertrauter sagte am Dienstag der Nachrichtenagentur Reuters, Israel und die Palästinenser seien bereit, die Waffen ruhen zu lassen - solange die andere Seite nicht wieder angreife. Allerdings blieben beide Seiten in Alarmbereitschaft. Wer denke, er könne Israelis gefährden, ohne dafür zur einen sehr hohen Preis zu bezahlen, mache einen Fehler, warnte Ministerpräsident Benjamin Netanjahu.

Der Netanjahu-Vertraute Benny Begin mahnte, ein weiteres Handeln müsse gründlich durchdacht werden. "Das ist es, was der Ministerpräsident auch macht." Der jüngste Konflikt, in dessen Verlauf rund 115 Raketen auf Israel niedergingen, sei alles andere als gelöst. Der Hamas-Regierungschef im Gaza-Streifen, Ismail Hanijeh, lobte die Einigung der Milizen in dem Küstenstreifen auf eine Waffenruhe als verantwortungsbewusst.

Die Lage blieb aber auch am Dienstag angespannt. In den frühen Morgenstunden griff Israel drei Ziele im Gaza-Streifen an. Darunter waren nach Armee-Angaben ein Waffenlager sowie Raketenabschussvorrichtungen. In Israel landete eine palästinensische Rakete.

Netanjahu berief sein Sicherheitskabinett ein, um über das weitere Vorgehen zu beraten. Einige Minister erklärten, die Luftwaffe könnte wieder mit der gezielten Tötung ranghoher islamistischer Anführer im Gaza-Streifen beginnen. An einem neuen Krieg dürfte der jüdische Staat derzeit aber kein Interesse haben, denn das könnte die Beziehungen zur neuen Führung in Ägypten belasten, die auch aus einer islamistischen Bewegung hervorging. Andererseits wird Netanjahu vor den Wahlen am 22. Januar keine Schwäche zeigen wollen. Derzeit liegt er in den Umfragen vorne.

Seit Samstag hatte die israelische Armee sieben Palästinenser getötet und weitere 40 verletzt. Acht israelische Zivilisten mussten von Ärzten behandelt werden. Ausgelöst wurde die jüngste Gewalt durch den Beschuss einer israelischen Patrouille durch radikale Islamisten.