Frankreichs Konservative stürzen tiefer in Führungskrise

Donnerstag, 22. November 2012, 07:37 Uhr
 

Paris (Reuters) - Die Führungskrise von Frankreichs Konservativen hat sich verschärft.

Der bei der Wahl zum UMP-Vorsitzenden unterlegene Ex-Ministerpräsident Francois Fillon beanspruchte am Mittwoch den Posten für sich und schloss nicht aus, das am Montag zugunsten von Generalsekretär Jean-Francois Cope gewertete Ergebnis vor Gericht anzufechten. Er begründete dies damit, dass bei der Auszählung der Stimmen die Wahlzettel aus drei Überseegebieten nicht berücksichtigt worden seien. Würden diese ergänzt, käme er auf 26 Stimmen mehr als sein Rivale.

"Die UMP darf nicht auf einer Lüge aufgebaut werden", sagte Fillon dem Fernsehsender TF1. Er rief Ex-Ministerpräsident und Ex-Außenminister Alain Juppe dazu auf, vorübergehend die UMP zu leiten, bis die Probleme geregelt seien. Dieser erklärte sich dazu bereit, allerdings unter der Bedingung, dass die beiden zerstrittenen Parteilager zusammenarbeiteten. Das zeichnet sich bislang jedoch nicht ab.

Der Parteivorsitz gilt als wichtiges Sprungbrett für mögliche Bewerber um die Präsidentschaftskandidatur der Konservativen. Die Zerrissenheit der UMP nährt Spekulationen, Ex-Präsident Nicolas Sarkozy könne 2017 gegen die regierenden Sozialisten ins Rennen gehen.

Die UMP hatte im Mai nach 17 Jahren an der Macht mit Sarkozys Niederlage den Wiedereinzug in den Pariser Elysee-Palast verfehlt. Die Wahl eines neuen Vorsitzenden sollte für einen Neuanfang sorgen.

 
Former French prime minister Francois Fillon, and former candidate for the leadership of the UMP political party, scratches his head before a prime time news broadcast at the studios of private television station TF1 in Boulogne-Billancourt, near Paris, November 21, 2012. REUTERS/Charles Platiau