Russland gegen Verlegung von Patriot-Raketen in Türkei

Donnerstag, 22. November 2012, 16:21 Uhr
 

Moskau (Reuters) - Russland hat die geplante Stationierung von Patriot-Raketen an der Grenze der Türkei zu Syrien kritisiert.

"Das würde ... die Stabilität in der Region nicht fördern", sagte ein Sprecher des Außenministeriums am Donnerstag in Moskau. Die Militarisierung der türkisch-syrischen Grenze sei alarmierend. Russland rate der Türkei ihren Einfluss auf die Rebellen geltend zu machen, möglichst schnell einen Dialog mit der syrischen Regierung aufzunehmen. Die Türkei sollte auf Muskelspiele verzichten und Schritte in eine gefährliche Richtung unterlassen.

Am Vortag hatte die Türkei bei der Nato die Stationierung der Systeme zur Abwehr von Flugzeugen und Raketen beantragt. Die Allianz prüft derzeit den Antrag des Bündnispartners. Deutschland, das neben den USA und den Niederlanden über diese Waffen verfügt, ist bereit, der Bitte der Türkei nachzukommen. Der Bundestag soll nach dem Willen der Regierung spätestens im Dezember über den damit verbundenen Einsatz deutscher Soldaten in der Türkei entscheiden.

Die Türkei sieht sich durch den Bürgerkrieg im benachbarten Syrien bedroht. Bei den Kämpfen sind bereits mehrere Granaten auf türkischer Seite eingeschlagen. Die Türkei betonte, der Antrag habe rein defensiven Charakter. Mit dieser Begründung unterstützt auch Frankreich den türkischen Antrag an die Nato. "Es gibt nichts abzulehnen, das ist rein defensiv", sagte Außenminister Laurent Fabius dem Fernsehsender BMF.

 
Members of the Free Syrian Army are pictured in the northern Syrian town of Ras al-Ain, as seen from the Turkish border town of Ceylanpinar, Sanliurfa province, November 22, 2012. NATO ambassadors met on Wednesday to consider a Turkish request for the deployment of Patriot missiles near its border with Syria as the conflict in its southern neighbour deepens. A Reuters photographer said sporadic gunfire was heard throughout the day at the border. REUTERS/Amr Abdallah Dalsh (TURKEY - Tags: POLITICS CONFLICT MILITARY)