Rebellen im Kongo rücken vor - Gegenangriff bei Goma abgewehrt

Freitag, 23. November 2012, 13:19 Uhr
 

Sake (Reuters) - Die kongolesischen Rebellen haben einen Gegenangriff der Regierung nahe der Stadt Goma abgewehrt und rücken Richtung Süden vor.

Ein Reuters-Reporter berichtete am Freitag, Mitglieder der Gruppe M23 beherrschten die Stadt Sake, wo es am Donnerstag Kämpfe gab. Die Regierung hatte von einer Zurückeroberung gesprochen.

Nach Berichten von Bewohnern und Rebellen zogen sich die Regierungstruppen und ihre verbündeten Milizen in die Stadt Minova südlich von Sake zurück. Der Ort liegt auf dem Weg zur Hauptstadt der Provinz Südkivu, Bukavu. Die Rebellen haben angekündigt, Bukavu zu erobern und die gesamte Demokratische Republik Kongo "zu befreien". Experten bezweifeln aber, dass sie ohne Hilfe aus dem Ausland bis in die mehr als 1500 Kilometer entfernte Hauptstadt Kinshasa vordringen können.

Die Kämpfer der Gruppe M23 nahmen Goma am Dienstag ein, nachdem Regierungssoldaten abgezogen waren und UN-Truppen den Versuch aufgegeben hatten, die Stadt zu verteidigen. Der kongolesische Präsident Joseph Kabila und ausländische Regierungen fordern den Abzug der Rebellen, die vermutlich vom Nachbarland Ruanda unterstützt werden.

Die Bewegung M23 leitet ihren Namen aus dem Friedensabkommen vom 23. März 2009 ab. Die Übereinkunft sah die Eingliederung der damaligen Rebellen in die kongolesischen Streitkräfte vor. Aus Sicht der Aufständischen hat die Regierung den Vertrag gebrochen. Die Gruppe versucht, von der Unzufriedenheit über das langsame Reformtempo zu profitieren und ihre Basis zu verbreitern.

Die Region ist reich an Bodenschätzen wie Gold, Diamanten und Zinn. Die Regierung von Präsident Kabila hat direkte Verhandlungen mit der Gruppe M23 mehrfach abgelehnt. Vertreter mehrerer Staaten der Region wollen sich am Samstag in der ugandischen Hauptstadt Kampala treffen, um über den Konflikt zu beraten.