Französischer Minister: Keine Verstaatlichungswelle geplant

Mittwoch, 28. November 2012, 08:57 Uhr
 

Paris (Reuters) - Frankreichs Finanzminister Pierre Moscovici ist Befürchtungen entgegengetreten, das Land stehe am Beginn einer Verstaatlichungswelle.

Nach einem Treffen mit wichtigen amerikanischen und britischen Investoren versicherte Moscovici am Dienstag, dass die geplante Verstaatlichung eines von der Schließung bedrohten Stahlwerks von ArcelorMittal lediglich eine Ausnahme sei. "Was erwogen wird, ist ein vorübergehender Mechanismus", sagte der Minister vor Journalisten. "Es geht nicht darum, zu einem alten Denken zurückzukehren und massive, allgemeine, dauernde Verstaatlichungen zu betreiben." Zuvor war Moscovici mit Vertretern unter anderem der US-Großbanken JP Morgan und Morgan Stanley sowie des britischen Finanzinvestors Blackrock zusammengekommen.

Präsident Francois Hollande traf sich am Abend mit dem indischen Stahlmagnaten Lakshmi Mittal, um die Wogen zu glätten. Nach Auskunft seines Büros bekräftigte Hollande dabei die Absicht, die mehr als 600 Arbeitsplätze des Werks im lothringischen Florange zu erhalten. Industrieminister Arnaud Montebourg hatte zuletzt in ungewöhnlich scharfen Worten Mittals Stahlkonzern als in Frankreich unerwünscht bezeichnet, weil das Unternehmen seine Zusagen nicht eingehalten habe. Um die zu Jobs retten, brachte Montebourg eine vorübergehende Verstaatlichung ins Spiel. ArcelorMittal hatte im Oktober angekündigt, die beiden Hochöfen dichtzumachen. Der Konzern hat insgesamt rund 20.000 Beschäftigte in Frankreich.

 
View of the hemicycle during the questions to the government session at the National Assembly in Paris November 27, 2012. REUTERS/Benoit Tessier (FRANCE - Tags: POLITICS)