Zypern befürchtet schwierige Verhandlungen über Hilfspaket

Donnerstag, 29. November 2012, 18:12 Uhr
 

Nikosia (Reuters) - Die Verhandlungen über ein Hilfspaket für Zypern sind ins Stocken geraten.

Die Regierung stellt sich auf schwierige Gespräche mit der Troika aus Internationalem Währungsfonds (IWF), Europäischer Zentralbank (EZB) und EU-Kommission in den kommenden Wochen ein. "Vielleicht werden sie schwieriger als bislang", sagte Finanzminister Vassos Shiarly am Donnerstag im Parlament. Seine Kollegen aus der Euro-Zone könnten seinen Worten zufolge eine Rettungsvereinbarung bis Mitte Dezember billigen. Danach müssten die nationalen Parlamente zustimmen. "Die erste Tranche käme dann Ende Januar", sagte Shiarly.

Zypern hatte am Freitag vorschnell eine Einigung mit der Troika gemeldet. Diese hatte dies jedoch umgehend dementiert. Shiarly sprach nun von einer vorläufigen Vereinbarung. Offen ist allerdings noch ein heikler Punkt: Die Geldgeber wollen eine Bewertung des Kapitalbedarfs der zyprischen Banken, deren Schieflage das Land in die Bredouille brachte. Das Gutachten solle bis zum 7. Dezember vorliegen, sagte der Minister.

Die Geldhäuser in dem drittkleinsten Staat der Euro-Zone sind eng mit dem Krisenherd Griechenland verflochten. Zypern wäre nach Griechenland, Irland und Portugal das vierte Land unter dem Euro-Rettungsschirm. In zyprischen Regierungskreisen war zuletzt von einem Hilfspaket im Volumen von 17,5 Milliarden Euro die Rede gewesen. Das entspräche nahezu der jährlichen Wirtschaftsleistung des Landes.

 
REUTERS/Eric Vidal (BELGIUM - Tags: POLITICS BUSINESS)