Syriens Luftwaffe greift Rebellen an Flughafenstraße an

Freitag, 30. November 2012, 13:40 Uhr
 

Beirut (Reuters) - Die syrische Luftwaffe hat am Freitag Rebellenstellungen in der Nähe der Straße zum internationalen Flughafen in der Hauptstadt Damaskus beschossen.

In den südöstlichen Distrikten Akraba und Babilla, die auf dem Weg zum Airport liegen, kam es nach Darstellung von Oppositionellen zu Gefechten zwischen Aufständischen und Sicherheitskräften. Der Betrieb des Flughafens wurde offenbar lahmgelegt. Eine regionale Airline erklärte, der Flughafen akzeptiere keine Flüge mehr. Am Vortag hatten EgyptAir und Emirates ihre Damaskus-Flüge ausgesetzt.

Die oppositionelle Beobachtungsstelle für Menschenrechte bestätigte am Freitag die Darstellung der Regierung, dass die Straße zum Flughafen offen sei. Der Verkehr sei aber minimal, sagte der Sprecher der Beobachtungsstelle, Rami Abdelrahman. Die Regierung hatte erklärt, die Straße sei von "Terroristen" geräumt worden, der Flughafen arbeite normal. Ein Bewohner der Hauptstadt berichtete am Freitag der Nachrichtenagentur Reuters am Telefon, schwarzer Rauch steige über dem Süden der Stadt auf, ständig sei Gefechtsfeuer zu hören.

Ein Diplomat in Damaskus sagte, die Eskalation der Kämpfe in der Hauptstadt seien offenbar Teil einer Offensive der Regierungstruppen. Die Führung versuche, die Kontrolle über die Innenstadt gegen von Aufständischen beherrschten Gebiete im Süden und Osten zu festigen. "Es scheint, dass eine entscheidende Phase in der Damaskus-Offensive begonnen hat", sagte er.

Die Rebellen erklärten, der strategisch wichtige Flughafen solle befreit werden. Ständig würden Waffen für die Regierung an Bord ziviler Maschinen eingeflogen. Die überwiegend sunnitischen Aufständischen haben zuletzt Erfolge über die Truppen von Präsident Baschar al-Assad erzielt. Auf dem Land wurden verschiedene Militärbasen eingenommen, die Angriffe auf Damaskus verstärkt. Während des seit 20 Monaten anhaltenden Aufstands sind bislang 40.000 Menschen getötet worden, Hunderttausende haben das Land verlassen, Millionen wurden vertrieben.

Den zweiten Tag in Folge waren die Internet- und Telefonverbindungen stark beeinträchtigt. Die Opposition machte die Regierung dafür verantwortlich. Diese wiederum nannte einen "Terrorangriff" oder ein technisches Problem als Ursache.

 
A Free Syrian Army fighter takes position as smoke rises from Taftanaz airport during President Bashar al-Assad's forces and the Free Syrian Army clashes in Taftanaz area near Idlib November 3, 2012. REUTERS/Abdalghne Karoof (SYRIA - Tags: CIVIL UNREST MILITARY POLITICS CONFLICT)