Zeitung- Strauss-Kahn zahlt New Yorker Zimmermädchen 6 Mio Dollar

Freitag, 30. November 2012, 16:13 Uhr
 

New York/Paris (Reuters) - Der ehemalige IWF-Chef Dominique Strauss-Kahn hat sich offenbar außergerichtlich mit dem US-Zimmermädchen geeinigt, das ihn wegen mutmaßlicher Vergewaltigung verklagt hat.

Strauss-Kahn und die Hotelangestellte hätten sich auf die Einstellung des Zivilverfahrens verständigt, verlautete am Freitag aus mit dem Fall vertrauten Kreisen. Die Einigung sei bislang aber nur vorläufig. Der 63-Jährige und das Zimmermädchen sollen demnach in der kommenden Woche vor einem New Yorker Gericht erscheinen, um den Vergleich zu unterzeichnen.

Laut der französischen Zeitung "Le Monde" zahlt der einstige Hoffnungsträger der Sozialisten dem Zimmermädchen sechs Millionen Dollar zur Beilegung des Streits. Die in Paris ansässigen Anwälte beider Seiten wollten sich nicht zu dem Bericht äußern. Die New Yorker Rechtsvertreter waren zunächst nicht für eine Stellungnahme zu erreichen.

Der damalige IWF-Chef Strauss-Kahn war im Frühsommer 2011 in New York unter dem Vorwurf der sexuellen Nötigung einer Hotelbediensteten verhaftet worden. Die Frau hatte erklärt, Strauss-Kahn habe sie zu oralem Sex gezwungen. Strauss-Kahn zufolge hat es sich hingegen um einvernehmlichen Sex gehandelt. Die US-Behörden stellten das Verfahren später ein, weil sie Zweifel an der Glaubwürdigkeit des Zimmermädchens hatten. Strauss-Kahn galt vor den Vorwürfen als möglicher Bewerber für das Amt des französischen Präsidenten.

Der Zeitung zufolge wird sich Strauss-Kahn das Geld zur Beilegung der Vorwürfe borgen: Drei Millionen wolle er bei einer Bank aufnehmen, drei Millionen leihe ihm seine Frau. Das Paar hatte sich im Sommer getrennt.

Gegen Strauss-Kahn gibt es auch in Frankreich Vorwürfe. Im Mittelpunkt der Anschuldigungen steht ein von Geschäftsfreunden des Franzosen betriebener Prostituiertenring, bei dem Gäste - darunter auch Strauss-Kahn - des Luxushotels Carlton in Lille Kunden gewesen sein sollen. Ein Gerichts-Entscheid dazu wird am 19. Dezember erwartet.