Tunesische Polizei setzt erneut Tränengas gegen Demonstranten ein

Sonntag, 2. Dezember 2012, 12:58 Uhr
 

Siliana (Reuters) - Im Norden Tunesiens hat die Polizei bei Protesten gegen die Armut im Land erneut mit Tränengas gegen Demonstranten vorgegangen.

Die Nationalgarde des Innenministeriums feuerte zudem Schüsse in die Luft, um die rund 3000 Demonstranten in der Stadt Siliana nordwestlich von Tunis auseinanderzutreiben. Diese wiederum warfen Steine in Richtung der Polizei. Am Mittwoch waren in Siliana bei Protesten gegen die schlechte wirtschaftliche Lage mindestens 200 Menschen verletzt worden. Augenzeugen hatten damals berichtet, die Polizei habe auch Gummigeschosse eingesetzt. Ob es am Samstag zu Verletzten oder Festnahmen kam, blieb zunächst offen.

Die Proteste hatten am Dienstag in Siliana begonnen, einer Stadt in einer wirtschaftlich schwachen Region am Rande der Sahara. Augenzeugen zufolge setzte die Nationalgarde Panzer ein, um die Ordnung wiederherzustellen. Demonstranten hatten dem staatlichen Fernsehen zufolge die Zugangswege zur Stadt blockiert und Autoreifen angezündet.

In dem nordafrikanischen Land hatte vor fast Jahren die arabische Revolution ihren Ausgang genommen. Tunesien wird derzeit von einer gewählten Regierung geführt, die von Islamisten dominierten wird. Sie bemüht sich, die Wirtschaft nach dem drastischen Rückgang des Handels mit der Euro-Zone wiederzubeleben. Im Land gibt es auch Streit zwischen säkularen Kräften und islamistischen Hardlinern über die künftige Ausrichtung des Landes.

 
People demonstrate in soldiarity with the ongoing protests in the town of Siliana, outside the Interior Ministry in the capital Tunis, December 1, 2012. REUTERS/Anis Mili