Nordkorea kündigt Start einer neuen Rakete an

Sonntag, 2. Dezember 2012, 14:20 Uhr
 

Seoul (Reuters) - Nordkorea will pünktlich zum ersten Todestag von Staatschef Kim Jong-Il noch vor Weihnachten eine Langstreckenrakete starten lassen.

Die amtliche Nachrichtenagentur KCNA meldete am Samstag, die Rakete solle zwischen dem 10. und 22. Dezember einen Satelliten ins All befördern. Kim Jong-Il war am 17. Dezember 2011 gestorben. Die USA und Südkorea verurteilten die Ankündigung als Provokation. Außenminister Guido Westerwelle äußerte sich ähnlich. Er bezeichnete das Vorhaben der kommunistischen Führung als "besorgniserregenden Rückschritt". Er forderte das Land auf, den Weg der Deeskalation nicht durch provokative Schritte zu gefährden. Nordkoreas Verbündeter China mahnte zur Besonnenheit.

KCNA meldete den geplanten Raketenstart einen Tag nach einem Treffen des jungen Staatschefs Kim Jong-Un mit einer ranghohen chinesischen Delegation in Pjöngjang. China zeigte sich am Sonntag über die Ankündigung Nordkoreas besorgt und verwies darauf, dass die Vereinten Nationen (UN) dem kommunistisch regierten Land das Recht auf zivile Nutzung der Raumfahrt eingeschränkt hätten. Das Außenministerium in Peking äußerte zugleich die Hoffnung, dass eine Eskalation vermieden werden könne.

Zuletzt hatte Nordkorea im April eine Rakete abgeschossen, die aber nach wenigen Minuten ins Meer stürzte. Anlass war damals der 100. Geburtstag von Staatsgründer Kim Il-Sung, dem Großvater des jetzigen Machthaber und Vater Kim Jong-Ils. Auch der zweie Raketenstart in diesem Jahr dürfte nach Einschätzung des südkoreanischen Experten Baek Seung-Joo vom Institut für Verteidigungsanalysen in Seoul nicht erfolgreicher verlaufen. Kim Jong-Un bleibe aber wohl keine Alternative, um die Stimmung des allmächtigen Militärs nach dem Fehlschlag vom Frühjahr zu heben.

Der angekündigte Test fällt mit der Präsidentenwahl in Südkorea am 19. Dezember zusammen. Dort hat die Bevölkerung die Möglichkeit, für den Befürworter einer Annäherung an Nordkorea oder für die Tochter des antikommunistischen Diktators Park Chung-Hee zu stimmen.

 
North Korean soldiers walk past bronze statues of North Korea founder Kim Il-sung (L) and late leader Kim Jong-il in Pyongyang, in this photo taken by Kyodo April 25, 2012, during a ceremony to mark the 80th anniversary of the founding of the Korean People's Army. Mandatory Credit REUTERS/Kyodo FOR EDITORIAL USE ONLY. NOT FOR SALE FOR MARKETING OR ADVERTISING CAMPAIGNS. THIS IMAGE HAS BEEN SUPPLIED BY A THIRD PARTY. IT IS DISTRIBUTED, EXACTLY AS RECEIVED BY REUTERS, AS A SERVICE TO CLIENTS. MANDATORY CREDIT. JAPAN OUT. NO COMMERCIAL OR EDITORIAL SALES IN JAPAN