Samaras hält griechische Verschuldung für tragbar - bei Wachstum

Donnerstag, 6. Dezember 2012, 09:40 Uhr
 

Berlin (Reuters) - Der griechische Ministerpräsident Antonis Samaras geht offenbar nicht davon aus, dass sein Land einen weiteren Schuldenschnitt braucht.

In einem Interview mit der "Bild"-Zeitung (Donnerstagausgabe) sagte Samaras auf die Frage, ob Griechenland einen neuen Schuldenerlass brauche: "Unsere Verschuldung gilt jetzt offiziell als dauerhaft tragbar." Allerdings schränkte er ein, dass dafür "natürlich anhaltendes Wachstum" gebraucht werde. "Wir versuchen, aus der Rezession herauszukommen und unsere Wirtschaft zu reformieren, so dass genug Einkommen entsteht, Zinsen und Tilgung der Schulden zu leisten."

Samaras beteuerte gegenüber der Zeitung, sein Land werde im Euro bleiben. "Unser Ehrgeiz ist, Griechenland spektakulär zu verändern und von einem schlechten Beispiel voll mit Problemen zu einem herausragenden Beispiel für eine Modell-Wirtschaft zu machen." Dann werde niemand mehr nach der Euro-Mitgliedschaft oder einem Schuldenschnitt fragen.

Zuversichtlich äußerte sich auch EU-Währungskommissar Olli Rehn mit Blick auf die Schuldenkrise. "Der letzte Krisenhöhepunkt war im Juni rund um die Wahl in Griechenland. Nun haben wir den umgekehrten Trend", sagte Rehn der "Financial Times Deutschland". Zum Beleg für die erfolgreiche Sparpolitik in Europa nannte Rehn den Abbau der Haushaltsdefizite im Währungsraum.

 
Greece's Prime Minister Antonis Samaras leaves the EU council headquarters after a European Union leaders summit discussing the European Union's long-term budget in Brussels November 23, 2012. EU leaders failed to reach agreement on Friday on a new seven-year budget for their troubled bloc, calling off talks in less than two days after most countries rejected deeper spending cuts demanded by Britain and its allies. REUTERS/Yves Herman (BELGIUM - Tags: POLITICS BUSINESS)